Ich bin natürlich jubelnd vom Sofa aufgesprungen, als klar war, wer gewonnen hat: die Nichtraucher. Ich atme ja für mein Leben gern und am Dienstag ist im Gesundheitsausschuss das generelle Lokalverbot für Raucher beschlossen worden. Juchhu!

Eigentlich wollte ich jetzt drei Jahre lang durchfeiern, bis unser glorreicher Sieg am 1. Mai 2018 tatsächlich in Kraft tritt und der Tag der Arbeit umbenannt werden muss in: Tag der Rauchfreiheit. Muss? Ja. Schon wegen der öffentlichen Sicherheit. Damit die bis dahin 720.000 Arbeitslosen nicht eine Gegendemonstration zum Mai-Aufmarsch veranstalten und tachinierend durch die Wiener Innenstadt ziehen. Doch dann hab ich seit längerem wieder einmal meine Mails gecheckt. Was? Die Raucher brauchen gar nicht live neben mir Gorillas im Nebel spielen, um mich krank zu machen? (Und Kranksein ist ung’sund.) Das Gratisblattl, dessen Name so viel bedeutet wie: "Nur noch ein Tag bis morgen" und aus dem man bereits heute das Neueste von gestern erfährt, schickt mir nämlich seinen Newsletter und am 26. Juni war da zu lesen: "Apple repariert Geräte von Rauchern nicht." Weiters eine Stellungnahme von Apple, wo Garantieansprüche offenbar verfallen, sobald der Mac (oder das iPhone) nach Tabak riecht. (Holen die das CSI oder machen sie selber den Schnüffeltest?) "Unsere offizielle Politik beinhaltet, dass Nikotin eine gefährliche Substanz ist und dass Produkte, die damit belastet sind, nicht sicher behandelt werden können, weil sie das Reparatur-Team einem möglichen Gesundheitsrisiko aussetzen."

Tja, da helfen auch keine kreativen Ausreden: "Mei Nikotinkaugummi is ma beim Telefonieren versehentlich aufs Handy gfoin. Oba tschicken turi ned." Und anscheinend können Elektrogeräte, die passiv rauchen, sogar irreparabel beschädigt werden. Ach, kriegt der Computer PCOPD? Und das Mobiltelefon Akkusklerose? Wann werden die Raucher die Tabakkonzerne verklagen, weil das Handy kaputt ist? (He, ich hab eine Theorie, warum Postsendungen nicht immer ankommen. Der Arbeitnehmerschutz ist schuld. Schlagen die Nikotinsuchhunde bei einem Brief oder Packerl an . . . - bumm!) Sofort wollte ich den Heinz, einen Genusskettenraucher, warnen, dass, wenn er so weiterpofelt, seine Kaffeemaschine, der Mikrowellenherd, der Toaster, der Kühlschrank, der Fernseher den Geist aufgeben werden und dass das keiner reparieren wird, er sich also grad in die Steinzeit zurückpafft, aber ich hab ihn am Handy nicht erreicht. Wahrscheinlich hat der Zigarettenqualm den Empfang gestört.

Sobald sich herumgesprochen haben wird, dass Raucher tickende Stinkbomben sind, dürfen die eh in keinen Flieger mehr rein. Oder in den Pool (nicht, dass sie das Wasser mit ihrem "Nikurin" kontaminieren). Friseurinnen schneiden ihnen nimmer die verpesteten Haare. (Die abgeschnittenen Spitzen müsste man ja in alten Salzbergwerken endlagern - bei den hinichen Raucherhaushaltsgeräten!) Und für Kinder aus Raucherhaushalten wird die Schulpflicht aufgehoben.

Am ärgsten sind allerdings die Hunde von denen. Alles Killerhunde. (Ihre Killerkatzen nehmen sie wenigstens nicht mit raus.) Und diese Taschenhunde sind noch viel gefährlicher als die Hunde aus Bodenhaltung. Weil die sind so putzig. Und wenn man das geräucherte Wauzi streichelt, hat man am nächsten Tag Lungenkrebs. Hausarrest für Raucherhunde! (Sollen sie halt aufs Katzenklo gehen.)