Die Krankenkassen müssen wieder sparen. Da hätte ich eine geniale Idee. Für Raucher gibt’s einfach . . . nix mehr? Nein, natürlich eine Reise nach New York. Auf Krankenschein.

Äh, müssten die Kassen dafür nicht erst recht Geld ausgeben (wenn die Hausärzte plötzlich anfangen, Überweisungen zum Reiseveranstalter zu schreiben)? Ja. Aber die rechnen heuer sowieso mit einem Minus von 129 Millionen. Und dieses Defizit sollten sie vielleicht ein bissl sinnvoller investieren als in so dubiose Kuren. Noch dazu kosten sieben Tage New York ungefähr das Gleiche wie das Wellnesshotel für einen fanatischen Passionsspielteilnehmer, der also jedes Jahr die männliche Hauptrolle spielt und dem nun das Kreuz wehtut (und kaum ist er der Masseuse vom Tisch gekrabbelt, übt er wieder fleißig die Kreuztragung). Und einmal New York ist sicher billiger als eine Chemo. Oh, die 129 Millionen reichen bloß für 64.500 Raucher. Müssen die andern wohl warten, bis die Kassen fünfeinhalb Milliarden Verlust erwirtschaftet haben. Oder man zahlt ihnen halt kein Flugticket, sondern eine Busfahrkarte. Nach Rakka. (Das New York des Kalifats.) Dort checkt der Versicherte dann im Shangri-La-, falsch: im Scharia-Resort ein, wo seine Nikotinsucht behandelt wird. Mit Fingerabhacken. Na ja, kann er keine Zigarette mehr halten.

Im Big Apple hab ich mir jedenfalls das Passivrauchen abgewöhnt. Für eine Woche. Und die Henriette das Passiv- und Aktivrauchen. Sogar für sieben - Tage. ("Henni, host gwusst: Zigaretten san Verhütungsmittel!" - "Echt? Cool." - "Do steht’s: ,Rauchen verursacht Impotenz.‘" - "A so, donn wirkt’s nur bei die Männer.") Schon am ersten Tag war sie Kettennichtraucherin. (Von den mitgebrachten zwei Stangen war trotzdem bald nix mehr übrig.) "No Smoking" im Hotelzimmer, im Lokal, im Schanigarten, in der Fußgängerzone, im Park . . . Tschuldigung, auf ein paar Bankerln in der Bronx war’s gestattet. (Jippie!) Die Schwarzen dürfen vom Paffen ja ruhig Krebs kriegen. Sind eh nicht krankenversichert. (Das Taferl hat garantiert der Ku-Klux-Klan entfernt.) Und im Central Park: "He, do deafst mit’n stinkerten Auto durchfoan, oba rauchen deafst ned." - "Eventuell im Auto. Obwohl: G’hörat a verboten. Sieht ma oft gnua im Fernsehen, wie a Schlitten in die Luft fliagt, weil wieder amoi ana mit an brennenden Tschick am Steuer eing’schlofen is." - "Könnt des sein, doss du an Äktschnfülm gschaut host und ned den Helmi-Kinderverkehrsclub?" - "Naa." (Außerdem fahren Raucher dauernd im dichten Nebel. Ohne Nebelscheinwerfer auf der Stirn sehen die nicht zur Windschutzscheibe. Und wieso ist eine Freiraucheinrichtung noch immer nicht Pflicht?)

Und sobald die Henriette versucht hat, sich auf dem Gehsteig eine anzuzünden, sind die Leute zu ihr hingestürmt. Ach, um sie zu lynchen, bevor sie einen Giftgasanschlag verüben kann? I wo. "I give you one dollar for a cigarette." Hier kostet das Packl nämlich elf Dollar plus Steuern. ("Und wos qualm i jetz? Oba i hob mi hoid ned naa sogn traut. In Amerika sand jo olle bewaffnet.") Am Ende hatte sie 400 Dollar (in Euro umgerechnet: 84 Packerln Smart, 64 mehr als vorher), aber weil sie in ihrer Not eben 400 Hotdogs verputzt hat (à drei Dollar) . . . "Die Hotdogs schreib i oba von da Steuer ab. Als außergewöhnliche Belastung. Schließlich woan des Ausgaben für mei G’sundheit. I hob a gonze Woch’n nix graucht." (Gewinn hat sie eh auch gemacht: drei Kilo.)