Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein neues Buch mit zahlreichen Kolumnen (unter anderem auch aus der "Wiener Zeitung") heißt "Lexikon der Nichtigkeiten" und ist im Satyr-Verlag (Berlin) erschienen.
Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein neues Buch mit zahlreichen Kolumnen (unter anderem auch aus der "Wiener Zeitung") heißt "Lexikon der Nichtigkeiten" und ist im Satyr-Verlag (Berlin) erschienen.

Der Chefredakteur eines steirischen Boulevardblattes ist ein mutiger Mann. Denn er spricht aus, was viele andere sich nur anonym auf Facebook zu teilen trauen. Er benennt klar und eindeutig unscharfe und zwielichtige Dinge. Er schafft Fakten, wo keine sind. Überall sieht er "testosterongesteuerte Syrer", die "sich sexuelle Übergriffe leisten", Afghanen, die "Sitze in der ÖBB aufschlitzen", weil "Christen darauf gesessen" sind, er sieht "Horden, die Supermärkte stürmen und Packungen aufreißen" und noch vieles mehr. All das sieht er, obwohl diese angeblich wahren Geschehnisse schon mehrmals von den Behörden und Supermarktbetreibern dementiert worden sind.

Und deshalb muss er nun ein paar Wochen in Urlaub gehen.
Und wozu? Zu Recht.

Denn letztlich hat er auf dem halben Weg kehrtgemacht. Er hat letztlich feige gekniffen. Denn dieser standhafte Redakteur verschweigt, dass all diese als Flüchtlinge getarnten Immigressoren, von niemand anderem als der amerikanischen Ostküstenmafia zu uns geschickt worden sind. Schließlich wollen ja diese Leute schon seit dem Mittelalter den Hochstrahlbrunnen vergiften. Dem nicht genug, schlachten sie ja bekanntlich - wie man aus gewöhnlich gut informierten Kreisen weiß - jedes Wochenende unschuldige Kinder im Hinterhof. Ja, arme, wehrlose Geschöpfe, die sie vorher von Zigeunern gekauft haben. Zigeuner, die man obendrein gar nicht mehr solche nennen darf, weil eine Bande aus linkslinken Tugendterroristen uns zwingt, parasitäre Geschöpfe ohne Doppelhaushälfte und SUV Sinti und Roma zu nennen. Und dabei ist das nicht der einzige perfide Angriff auf unsere Kultur, nein, auch Neger darf man nicht mehr zu den Bantu-Bimbos sagen, auch nicht Kanaken zu den türkischen Kindern im Hof und "Drecksfu...nsen" zur Nachbarin. Da stellt sich doch die Frage, wo wir da hinkommen, wenn wir uns nicht mehr in unserer Muttersprache ordentlich ausdrücken dürfen?

Wo soll uns denn dieser genderwahnsinnige Umerziehungszwang hin führen, wenn jetzt schon Ampelmännchen total verschwult sind und man nicht mehr frei von der Leber weg sagen darf, dass irgendwer ins Lager und am besten gleich verbrannt gehört? Das ist doch unser gutes Recht, Politiker an den Galgen zu wünschen, Medien als Lügenpresse zu diffamieren und in jedem Moslem einen Terroristen zu sehen! Wo bleibt denn unsere Freiheit, wenn wir nicht jeden, der eine andere Meinung hat, als Volksverräter betiteln dürfen und den Tod an den Hals wünschen? Wo soll denn diese Gesellschaft enden, wenn wir nicht unserer Paranoia, unserem Hass und unseren gut gepflegten und unüberprüften Vorurteilen freien Lauf lassen dürfen? Was ist denn das für eine Demokratie, in der die Antidemokraten nicht machen dürfen, was sie wollen?

Aber wir werden schon noch sehen, wo das hinführt.

Denn, wenn erst einmal die Außerirdischen, die die Pyramiden gebaut haben, zusammen mit total illuminierten Freimaurern unter der Führung von islamistischen Feministinnen die Regenbogenfahne schwingend über den Heldenplatz marschieren, dann... dann werden wir es immer schon gewusst haben.

Aber bis dahin verhalten wir uns unauffällig, horten im Keller unsere Waffen und nehmen unsere Medikamente.