Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein neues Buch mit zahlreichen Kolumnen (unter anderem auch aus der "Wiener Zeitung") heißt "Lexikon der Nichtigkeiten" und ist im Satyr-Verlag (Berlin) erschienen.
Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein neues Buch mit zahlreichen Kolumnen (unter anderem auch aus der "Wiener Zeitung") heißt "Lexikon der Nichtigkeiten" und ist im Satyr-Verlag (Berlin) erschienen.

Donald Trump ist Präsident, und die Welt ist geschockt. Wie konnte auch nur ein Land, das zu einem nicht geringen Teil von Waffennarren und religiösen Fanatikern bewohnt wird, einen Mann mit den Manieren eines Straßenköters wählen? Als Nächstes machen die noch Arnold Schwarzenegger zum Gouverneur von irgendwas. Kalifornien zum Beispiel. Ach so, das war der ja schon. Dort wurde zeitgleich zur Präsidentenwahl übrigens vom Wahlvolk bestimmt, dass man jetzt dort ganz legal kiffen darf. Wahrscheinlich lässt sich die Präsidentschaft von Donald Trump völlig zugeraucht auch besser ertragen.

Die Reaktionen auf die Wahl waren ja mannigfaltig. Wladimir Putin hat ihm gratuliert, Marine Le Pen und Geert Wilders auch, Norbert Hofer soll angeblich vor lauter Freude ein ganzes Magazin seiner Glock in die Luft geballert haben, und Leonard Cohen ist angesichts des Wahlergebnisses gleich gestorben - und das, obwohl er Kanadier war.

Andere gehen dagegen in den USA auf die Straße und skandieren: "Not my president!" Das erinnert doch den gelernten Österreicher an das Jahr 2000, als eine Regierung durch einen Tunnel zur Angelobung schreiten musste. Obwohl das nicht viel mit "schreiten" zu tun hatte, es war eher ein Schleichen. Dahingehend fragt man sich natürlich, was man am 5. Dezember wohl machen wird.

Aber halt, so schlimm wird es schon nicht werden, sagt man sich. Na, eh. Wir sind in Österreich, da wird nichts so heiß geschissen wie gegessen. Ois gmiadlich. Kaane Wöön, Oida. Und nur weil sich in Linz ein paar Leuterln mit dem Herbert Kickl treffen, die sich "Verteidiger Europas" nennen, hat das noch lange nichts mit Rechtsextremismus zu tun. Nein. Und das kann man auch beweisen, denn bei den Nazis hieß es ja immer Sturm: Sturmscharführer, Sturmabteilung, Sturmgewehr oder "Der Stürmer". Und Sturm und Verteidigung sind ja etwas ganz anderes. Im Fußball zumindest . . . also g’schmeidig bleiben.

Und auch in den USA wird alles halb so wild. Schließlich kennen wir den Donaldismus doch von Kindesbeinen an. Der macht einfach Tick, Trick und Track zu seinen Innen-, Außen- und Wirtschaftsministern. Daisy darf das Weiße Haus neu einrichten. Gustav Gans wird Chef des FBI (der findet nämlich immer etwas), Daniel Düsentrieb übernimmt das Silicon Valley und Oma Duck die Fed. Die ist nämlich immer sehr sparsam. Im Gegensatz zu Donald. Aber der hat, wie wir wissen, sein Geld nur von Onkel Dagobert geerbt. Und auch wenn der Donald wieder mal einen seiner hysterischen Anfälle hat, wissen wir: Das geht schon wieder vorbei. Obendrein ist es lustig, dabei zuzusehen.

Andererseits könnte es natürlich sein, dass er - Ente, die er ist - sich die Vogelgrippe eingefangen hat. Geht ja gerade um. Toller neuer Virus: H5N8. An H5N1 kann ich mich noch erinnern, aber H5N2 bis H5N7 hab ich verpasst. Waren wahrscheinlich auch nicht so toll. Ist ja oft so bei Fortsetzungen.

Ich tippe auch darauf, dass mir der Ausgang der neuerlichen Bundespräsidentenwahl weniger Spaß machen dürfte als die erste Runde.

Und dann? Was tun?

Uns bleibt immer noch Kalifornien.