Na ja, was hat man denn erwartet? Er kommt schließlich aus der Baubranche, oder? Und jetzt, wo er das Alphamännchen auf dem Planeten ist (ach was: im Sonnensystem) und seine Tweets plötzlich mehr Einfluss auf das Weltgeschehen haben als die von Kim Kardashian, reicht es ihm halt nimmer, dass man von seinem New Yorker Trump-Tower aus eh fast 400.000 Kilometer weit sehen kann. In der Nacht. Außer bei Neumond. Und wenn es nicht bewölkt ist.

Wow, das sind sogar 626 Meter mehr als vom Burj Khalifa in Dubai aus! Und der ist immerhin das höchste Gebäude auf Erden. Gut, wenn ich beim Fenster von meiner Gemeindewohnung rausschau, kann ich den Mond ebenfalls deutlich erkennen. Und von mir bis zum Erdtrabanten sind es noch ein paar Meter weiter. (Ich wohne im zweiten Stock.) Aber wurscht. Wer könnte es dem Donald Trump verübeln, dass er eben auch einmal etwas errichten will, was man vom Mond aus bewundern kann? Nicht dass sich dort oben so wahnsinnig viele Architekturfans herumtreiben würden. He, wer behauptet, der Trump-Tower wäre zu mickrig, um vom Mond . . . ? Diese Lügenpresse würde der Bauherr sicher gern auf selbigen Mond schießen. Wo sie ruhig versuchen soll, ihn runterzumachen. Mit manipulierten Fotos. Oder ihm auf den Kopf zu spucken. (Das ist der, der so gelb ins All hinausleuchtet.) Bis ihr der Sauerstoff ausgeht.

Okay, die Mexikaner sind ein bissl verschnupft. Weil er ihnen die schöne Aussicht auf Amerika zubetonieren will. (Sollen sie doch den Mond anstarren. In dem steckt die US-Fahne auch drin.) Vielleicht könnte man ja Fenster einplanen. Mit Telefonen. Wie im Häf’n. Falls die Daheimgebliebenen die illegalen Einwanderer irgendwann besuchen wollen. Außerdem: hallo? Da gäb’s noch die . . . Grenzübergänge. (Das sind diese Türen zwischen den Seitenteilen. Für die legale Einreise.) Eigentlich sollten sie dem Ami ja dankbar sein. Dass er seine Killer und Bankräuber einmauert. Die paschen immer nach Süden ab. Zu ihnen. In ihrer Not engagieren abgelegene Tabledance-Bars schon aztekische Vampire als Securitys. Was? "From Dusk Till Dawn" ist kein Dokumentarfilm? Dafür ist er aber verdammt realistisch. (Besonders wie das Blut spritzt.)

Wie besessen basteln die Mexikaner Abreaktions-Piñatas, die dieselbe Frisur haben wie der Trump. Wahrscheinlich umgekehrte Psychologie. Mit ihrer demonstrativen Ablehnung wollen sie ihn dazu bringen, dass er ihnen aus Trotz diese depperte Mauer endlich hinstellt. Dass sie selber dafür blechen sollen, ist freilich total unfair. Zum Glück hat Washington einen etwas sozialeren Plan B: Die Drogenkartelle zahlen. Äh, freiwillig? Und weil die ihre Mehrkosten auf ihre Kunden abwälzen werden, finanzieren am Ende sowieso die US-Konsumenten das Projekt. Wäre es da nicht einfacher, die Mehrwertsteuer auf Kokain zu erhöhen? Natürlich nur auf jenes, das nicht das "Made in USA"-Gütesiegel hat. Hm. Und das größte amerikanische Verbrechersyndikat leistet keinen Beitrag. (Die Waffenlobby. Die gefährdet die nationale Sicherheit hüben wie drüben. Dank ihrer fleißig geschmuggelten Produkte verfügen die Rauschgiftbanden nun über ihre eigenen Privatarmeen.)

Auf eines kann sich das mexikanische Volk jedenfalls verlassen: Was "The Donald" baut, das hat garantiert keine Sollbruchstellen.