Das Problem mit dem Rassismus wäre ja jetzt gelöst. Okay, vielleicht nicht überall. Aber in den U-Bahn-Stationen. Dieser Rudi, das schwarze Problemschaf, das ohne Genierer sein Fast Food mit türkischem Migrationshintergrund gemampft hat, dürfte nämlich aus der #fahrfair-Kampagne der Wiener Linien draußen sein.

Die Plakate mit ihm hat man anscheinend geschlachtet, geschreddert oder was auch immer. Weil einige Leute das Sujet xenophob gefunden haben. Und es hat sie an andere Plakate mit Schäfchen drauf erinnert. An die von der Schweizerischen Volkspartei. Für deren "Ausschaffungsinitiative". Und da war das schwarze Schaf eben der kriminelle Ausländer, der von den weißen Schafen rausgekickt wird. Die Rassismusgegner in Wien wiederum haben mit einem Shitstorm nun selber dafür gesorgt, dass das schwarze Schaf rausfliegt. Oder wahrscheinlich wollten die Wiener Linien einfach nur nicht riskieren, dass andernfalls die Antifa oder sonst wer zum Döner-Essen gegen Rassismus aufruft. Und sie hätten nachher horrende Reinigungskosten und müssten die Fahrpreise erhöhen. Dabei haben sie sich so bemüht, bloß die Österreicher anzuschwärzen. Haben den dunkelwolligen Schäfchen betont unausländische Namen gegeben. He, warum regt sich keiner über die Babsi auf? Bestimmt weil sie Heavy Metal hört und nicht türkischen Gangsta-Rap.

Die Rolle vom Rudi spielt inzwischen jedenfalls der Lukas, dem man einen Pullover mit einem total unverfänglichen Muster angezogen hat. Bis zur Unkenntlichkeit und noch viel weiter hat man das sprichwörtliche schwarze Schaf politisch korrigiert. Wozu dann freilich überhaupt noch Schafe? Und nicht gleich Menschen? Und ein Neandertaler halt. (Gut, zu Stoßzeiten hat U-Bahnfahren schon was von einem Viehtransport.) Total unverfänglich? Dieses rotweiße Schachbrettmuster? Das wird garantiert zu diplomatischen Verwicklungen mit Kroatien führen. Oh, hoppala, die roten Kastln sind ja rund! Trotzdem.

"Alle Fahrgäste wollen wohlriechend sein. Nur nicht Lukas, der ist ein Schwein." Nein, er isst ein Schwein. Eigentlich a Eitrige. Eine Käsekrainer. Die sich natürlich reimt auf: "Alle Fahrgäste finden’s wohlriechend feiner." Hm. Eine Krainer. Ausgerechnet die. Die Wurscht, um die sich die Slowenen mit uns gestritten haben. Weil die nach ihrer Krain benannt ist, die allerdings früher einmal österreichisches Kronland war. Na servas. Ein Schaf in unseren Nationalfarben verleibt sich ihre Nationalwurscht ein. Imperialistischer geht’s wohl nimmer. Genauso gut könnte der ORF das Wetter für Südtirol ansagen. Ach, die Käsekrainer hat doch sowieso die Doppelstaatsbürgerschaft. Den Käse haben ja erst wir dazugegeben.

Wenigstens futtert der Lukas Schweinefleisch. Ist also eher kein Moslem (was einen Shitstorm wegen Islamophobie ausgelöst hätte). Und kein Kannibale. (Döner: meist Lamm drin.) Die Wurscht ist höchstens ein bissl kannibalisch. (Schweinefleisch in einen Schweinsdarm reingestopft.) Und offensichtlich hat man dazugelernt. Die neuen Pickerln für die U6 verbieten nämlich: Nudelbox, Pizza, Burger. Nirgends ein Döner. Am Ende wird der als Einziger erlaubt bleiben, wetten? Generelles Essverbot, hallo? Generell! Na und? Für die Kekserln von den Kleinkindern macht man doch auch eine Ausnahme. Ja, weil die Bauxerln sonst voll aufdrehen. Wie die Babsi ihr Heavy Metal.