Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".
Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".

Das erste Vorweihnachtsgeschenk hat sich der ÖFB schon vor seinem traditionellen Weihnachtsbasar am Samstag (10 bis 15 Uhr/Trabrennplatz) beschert: in Form der erstmaligen Qualifikation eines U21-Teams für die EM-Endrunde. Heute erfuhren die Kicker dann auch ihre Gegner; mit Deutschland, Dänemark und Serbien hat Österreichs U21 ein echtes Kaliber sowie zwei Mannschaften, die zwar stark, aber nicht viel über ihr angesiedelt sind, zugelost bekommen. "Egal, wer kommt, wir geben immer unser Bestes", hatte Play-off-Goldtorschütze Adrian Grbic schon nach dem Sieg gegen Griechenland gemeint. Man hatte es ihm abgenommen. Will man inmitten der Crème de la Crème bestehen, ist das aber ohnehin nur eine von mehreren Grundvoraussetzungen, die bei dieser Generation - soweit die erste gute Nachricht - durchaus gegeben zu sein scheinen. Die zweite: Egal, was dann rausschaut, schon die Teilnahme ist ein Gewinn für den österreichischen Fußball und ein Ansporn für diese Kicker, aber auch für andere Junge in ihrem Sog. Die weniger gute Nachricht: Niemand darf dies als Selbstläufer erachten. Schon bisher konnten Österreichs Jugendfußballer (wenn auch nicht in diesem Ausmaß auf U21-Ebene, an der besonders wichtigen Schnittstelle zum Elitefußball) das eine oder andere Mal aufzeigen. Doch noch immer ist die Fluktuation groß, noch immer verschwindet viel Talent. Der ÖFB und mit ihm die für die Entwicklung der Breite zuständigen Landesverbände und Amateurvereine ebenso wie die Klubs der Bundesliga müssen dafür Sorge tragen, dass die Rahmenbedingungen für junge Kicker stimmen; sowohl im Burschen- und Herren- als auch im Mädchen- und Frauenfußball. Dass laut ÖFB nur 50 Prozent der ausgebildeten Trainer im Breitenfußball aktiv sind und es kaum weibliche Ansprechpartner gibt, ist ein Alarmsignal. Um dem entgegenzuwirken, hat der ÖFB zuletzt ein Strategiepapier für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Die EM-Qualifikation und die Aussicht auf ein Prestigeduell gegen die Deutschen schon in der Gruppenphase mag aktuell für glänzende Augen unterm Christbaum sorgen. Doch nur wenn alle Maßnahmen ineinander greifen, ist auch das richtige Packerl für die Zukunft geschnürt.