Dass zwei österreichische Klubs im Europacup überwintern, passiert sogar noch seltener als die Teilnahme der Nationalmannschaft an einem Fußball-Großereignis. So gesehen ist der Einzug von Salzburg und Rapid in die K.o.-Phase der Europa League ein herausragender Erfolg für den heimischen Fußball. Zuletzt gelang dieses Kunststück anno 2004 der Austria und dem GAK, die damals in einem seltsamen Uefa-Cup-Format (Fünfergruppen ohne Rückspiele) als Dritte gerade noch aufstiegen; 21Jahre davor hatten mit Rapid (Meistercup), Austria und Sturm (Uefa-Cup) sogar drei heimische Vertreter noch im März international gekickt. Alles freilich noch bei deutlich weniger Gegnern und Spielen: Rapid etwa stand 1983/84 mit nur zwei Siegen bereits im Viertelfinale des Meistercups - vor dem Sechzehntelfinale im Februar haben die Hütteldorfer dann bereits zehn Partien in den Beinen. Dennoch sollte dieser Erfolg auf der (leider nur zweiten) europäischen Bühne nicht überinterpretiert werden: Die Bundesliga ist nicht so gut, wie sie nun dasteht - und die Zwölferliga-Reform hat zwar Spannung generiert und Druck auf so mache Großklubs erzeugt, sie hat aber wenig mit dem jetzigen Abschneiden im Europacup zu tun. Vielmehr sollte nun in sonnigen Zeiten bei den Defiziten energisch angepackt werden: Wie sorgt man für Stadioninfrastruktur auf internationalem Niveau? Wie bringt man wieder mehr Fans/Familien zu den Spielen? Wie will man die sündteuren Videoreferees finanzieren? Wie sorgt man wieder für mehr TV-Zuseher, ohne dabei Wettbewerbsregeln zu missachten? Wie sichert man diesen Europacup-Erfolg ab, um nicht wieder 15, 20 Jahre auf zwei K.o.-Teilnehmer warten zu müssen?