Bernhard Baumgartner ist Redakteur im Kultur-Ressort der "Wiener Zeitung". - © WZ / Thomas Seifert
Bernhard Baumgartner ist Redakteur im Kultur-Ressort der "Wiener Zeitung". - © WZ / Thomas Seifert

Man braucht kein Hellseher zu sein, um zu erraten, was auch im Jahr 2018 das alles überschattende Thema in den österreichischen Tageszeitungen war: Insgesamt 27.000 Beiträge - und damit mehr als alle anderen Themen - beschäftigten sich mit Migration oder Asyl. Dahinter gab es 9089 Meldungen über Integration, 6491 Berichte zur Fußball-WM in Russland, 6443 Artikel zum Klimawandel und 6224 Texte über den Brexit. Die Zahlen stammen aus der Medienbeobachtung von DeFacto der Austria Presse Agentur.

Die Spitze der Medienpräsenz lag im Sommer, als dem Flüchtlingsrettungsschiff "Aquarius" ein Anlegen in südeuropäischen Häfen verwehrt wurde, in Deutschland der Koalitionsstreit zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer um Verschärfungen in der Flüchtlingspolitik seinen Höhepunkt erreichte und das Thema die politische Debatte auf EU-Ebene über Wochen prägte.

Naturgemäß sagt dieses bloße Zählung nichts über das Wesen der Beiträge aus, auch ob diese in einem negativen oder positiven Kontext standen. Das relativiert natürlich die Aussagekraft. Man kann jedoch aus Erfahrung davon ausgehen, dass bei diesem Thema die positiven Berichte in der Minderheit sind. Das Thema "Klimawandel" war 2018 übrigens erstmals unter den Top Fünf des Jahres. Das hat jedoch weniger damit zu tun, dass die Awareness gestiegen wäre. Viel eher hat die Häufung von Hitze- und Trockenheitsrekorden im heurigen "Jahrhundertsommer" die Medienpräsenz ausgelöst.