An sich ist diese Kolumne nicht für Produktwerbung gedacht. Weil das Fest mit den süßen Kipferln und dem unerbittlichen Schenkzwang aber naht, hier noch ein Tipp für Kulturfreunde. Er gilt einer kleinen, aber rundum erfreulichen Produktion der Wiener Staatsoper: einem Abreißkalender. Mit viel Liebe zum Detail und in der Größe eines Programmhefts gestaltet, soll er die Wartezeit bis zum 150. Geburtstag des Hauses am 25. Mai 2019 verkürzen. Das dürfte dem Druckwerk (erhältlich im Arcadia Opera Shop) charmant gelingen. Die 150 Seiten, abzupflücken bereits ab dem 26. Dezember bis zum 24. Mai, erzählen amüsant, anekdotisch und analytisch von der Geschichte des Gebäudes und rollen diese im Zeitraffer auf: vom Foto einer Baugrube, in der 1861 der Spatenstich für das neue k. k. Hof-Opernhaus erfolgte, bis zur Uraufführung von Johannes Maria Stauds "Die Weiden" in diesem Dezember.

Dazwischen findet sich etliches, was das Opernnarrenherz beschleunigt: eine "Tristan"-Partiturseite mit Anmerkungen von Direktorenlegende Gustav Mahler, Fotos von Lieblingen wie Lucia Popp und Edita Gruberova in ihren besten Jahren - und natürlich allerlei Anekdoten. Etwa aus einer Zeit, als Striche in Wagner-Opern noch Tumulte mit Polizeieinsätzen nach sich zogen; oder von einem Abend im Jahr 1973, als die Tosca-Perücke von Galina Wischnewskaja in Flammen aufging - und ein alerter Feuerwehrmann, wie er danach sagte, stärkeren Applaus bekam als die Sänger selbst.