Man möchte nicht in der Haut jener Passagiere stecken, die bis Freitag noch auf dem Londoner Airport Gatwick ausharrten. Weil ein Unbekannter absichtlich Drohnen über den Rollbahnen kreisen ließ und den Flugverkehr gefährdete, stand dort - wenige Tage vor Weihnachten - alles still. Nicht einmal das Militär konnte die (für das Radar unsichtbaren) Dinger vom Himmel holen, was wiederum die Frage rechtfertigt, ob nicht Drohnen mehr ein echtes Problem als ein Segen sind.

Und das nicht nur mit Blick auf Flughäfen. Auch im Sport sorgen die ferngesteuerten, mit Kameras ausgestatteten und nach einem Schwarm Wespen klingenden Fluggeräte für Unbehagen. Zum einen stellen sie für die Athleten auf dem Boden nicht nur einen möglichen Störfaktor, sondern bisweilen sogar eine echte Gefahr für Leib und Leben dar, wie zum Beispiel die Drohnen-Abstürze beim Ski-Weltcup in Madonna di Campiglio, bei den US Open oder bei einem Triathlon-Wettbewerb in Australien gezeigt haben. Und zum anderen sorgt ihr Einsatz zu "Spionagezwecken" für gehörig Ärger. Die Liste der polizeilichen Anzeigen ist lang, so hat erst am Freitag der deutsche Klub Werder Bremen zugegeben, während des Abschlusstrainings von 1899 Hoffenheim am 18. Dezember eine Drohne eingesetzt zu haben. Was übrigens alles passieren kann, wenn Fans Fluggeräte ins Stadion schmuggeln - Stichwort "Großalbanien"-Skandal bei der Qualifikation für die EM 2016 -, sollte ebenfalls bekannt sein.

Was diese Beispiele aus der Welt des Sports allein zeigen, ist, dass Drohnen in privaten Händen viel Unheil stiften können. Eine Lösung könnte sein, wie das bei Waffenkäufen der Fall ist, die Geräte nur noch auf Lizenzbasis auszugeben. Verhindern lässt sich damit freilich nichts, aber es wäre zumindest ein erster Schritt.