Blicken wir noch einmal kurz zurück ins alte Jahr, um das momentane rot-weiß-rote Springer-Desaster besser fassen zu können: "Das Gefühl sagt mir, dass wir nicht so schlecht drauf sind", meinte Neo-Cheftrainer Andreas Felder vor Saisonstart. Ähnlich optimistisch blickte Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer auf seinen x-ten Comeback-Versuch in der Weltelite: "Ich bin auf einem wirklich sehr guten Weg, Ich habe wieder Vorfreude und richtige Motivation." Und last but not least sprach Doppel-Weltmeister Stefan Kraft über das bevorstehende Neujahrsspringen, das gewiss nicht wie vor einem Jahr nach einem Sprung enden werde. "Ich wollte damals einfach zu viel, aber ich habe aus den Fehlern gelernt." Nun ja, euphemistisch ausgedrückt klafft bei den ÖSV-Adlern Anspruch und Wirklichkeit weiter auseinander als K-Punkt und Zitterbalken. Nach einem sieglosen Jahr stehen für Felder heuer erst zwei dritte Plätze zu Buche; Schlierenzauer hat ganz den Abflug gemacht und sucht auf der Seefelder WM-Schanze verzweifelt nach seiner Form; und Kraft hat in Garmisch tatsächlich wieder zu viel riskiert und mit seiner Bruchlandung alle Chancen auf die Vierschanzentournee begraben. Womit gut 50 Tage vor der Heim-WM gehörig der Hut brennt. Eine Medaille dort ist ein Muss - aber das Gefühl sagt, dass sie aktuell weit weg ist.