Als sich Thomas Vanek 1998 als Teenager von Graz aus aufmachte, um mit dem Eishockeyschläger Amerika zu erobern, hätte er nie geglaubt, dass sein Traum, einmal in der NHL zu spielen, in Erfüllung gehen würde. Heute ist er nicht nur 14 Jahre im Geschäft, sondern hat auch schon 300 Tore geschossen und wird am Freitag sein 1000. Spiel im NHL-Grunddurchgang absolvieren - eine Marke, die nur wenige erreichen. "In meinem Rookie-Jahr hat Chris Drury gesagt: Genieß jedes Spiel und jedes Tor, es geht schnell vorbei. Als 20-Jähriger sagt man ‚Ja, Ja‘, aber es ist wirklich schnell gegangen", sagt Vanek heute. Liest man die Interviews, die der Österreicher anlässlich seines jüngsten Rekords gegeben hat, so lässt sich aus den Aussagen auch ein wenig Wehmut herauslesen. Und das nicht nur mit Blick auf die Tatsache, dass die Karriere früher als später ihr Ende finden könnte. Schließlich ist in Vaneks Biographie auch nicht immer alles so gelaufen, wie sich das der NHL-Stürmer, der am 19. Jänner seinen 35. Geburtstag feiert, vielleicht gewünscht hätte. Mehr noch als das Verpassen eines Stanley-Cup-Triumphes scheint ihn 2013 der erzwungene Abgang bei seinem ersten Klub, den Buffalo Sabres, für den er immerhin acht Jahre lang auf dem Eis gestanden war, geschmerzt zu haben. Niemand möchte halt gern wie eine Ware von einem Verein zum nächsten verschoben werden, "das war nicht immer das Einfachste", gibt Vanek rückblickend zu. Und er muss es wissen. Schließlich ist es selbst im sonst eh schon so flexiblen Amerika nicht lustig, seinen Wohnsitz in vier Jahren sieben Mal verlegen zu müssen. Vor allem, wenn man eine Familie mit drei Buben zu Hause sitzen hat. Die NHL mag Geld, Spaß und Prestige bringen, aber sie fordert auch ihre Opfer. Opfer, die selbst 300 Tore nicht unbedingt aufwiegen können.