Dass es aus Fußball-Afrika nicht nur Sportliches, sondern auch Skurriles zu berichten gibt, zeigt unter anderem die Posse, die sich in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit dem Afrika-Cup 2019 zugetragen hat. Das Stück begann gleich einmal mit einem Paukenschlag, indem der afrikanische Kontinentalverband CAF dem Gastgeberland Kamerun im November die Ausrichtung des Turniers mangels ausreichender Vorbereitungen entzog.

Die Entscheidung kam zweifellos spät, was gewiss nicht hätte sein müssen. Man muss schließlich nicht jahrelang dort gelebt haben, um zu sehen, dass Kamerun bei all seiner landschaftlichen und kulturellen Schönheit für größere Sportereignisse ungeeignet ist - infrastrukturell wie finanziell. Aber das dürfte Issa Hayatou, der aus Kamerun stammt und dem CAF bis vor kurzem als Präsident vorstand, bei der Vergabe nicht gekümmert haben. Mit der Folge, dass der Verband einen Ersatz aus dem Hut zaubern musste.

Dass dieser nicht Südafrika oder Marokko, die beide über die beste Fußballinfrastruktur in Afrika verfügen, heißt, sondern Ägypten, ist die Überraschung des zweiten Aktes. Welche Eingriffe der (real-) politischen Regie dafür gesorgt haben, dass ausgerechnet die Marokkaner, die seit Jahren auf den Zuschlag für ein Großturnier warten, in Sachen Cup zugunsten Kairos verzichteten, wird man vielleicht nie erfahren. Gewiss ist: Die Wahl Ägyptens könnte noch zum Problem werden - nicht nur wegen der Vergabe, sondern der nach den Unruhen von Port Said (mit 74 Toten) aus den Stadien gesperrten Fanszene, die erneut für einigen Wirbel sorgen könnte.