Marko Arnautovic wird West Ham und die Premier League Richtung Shanghai verlassen. Das dürfte nach all dem, was in den vergangenen Tagen gesagt und berichtet wurde - inklusive seiner persönlichen Verabschiedung von den Fans bei West Hams 1:0-Erfolg über Arsenal -, bald fix sein. Aktuelles Gebot des chinesischen Meisters: 43,6 Millionen Euro Ablöse und das doppelte Salär von 280.000 Euro für den ÖFB-Teamspieler. Pro Woche. Auch, wenn der britische Tabellen-Neunte seinen Topscorer nicht gerne ziehen lässt, der Gewinn wäre nach den 2017 an Stoke bezahlten 27,9 Millionen durchaus ansehnlich. Und doch ist das Ganze - rein sportlich gesehen - ein mieser Deal für den 77-fachen Internationalen. Denn der Wechsel ins Reich der Mitte, dessen Liga vom Niveau her - wenn überhaupt - nur knapp über der hiesigen zu stellen ist, ist ein Abstieg sondergleichen. Es grenzt daher an Frotzelei, wenn Arnautovic über seinen Bruder und Manager Danijel ausrichten lässt, ihm gehe es bei dem Transfer bloß um Titel und Pokale sowie einen Einstieg in neue Märkte, wenn die Wahrheit doch so offensichtlich ist. Auch wenn in der chinesischen Liga längst professioneller gearbeitet wird als man allgemein vermutet, mit 29 im besten Fußballalter und bester Form wechselt man nicht dorthin. Da hält man - wie Ex-Stoke-Kollege Xherdan Shaqiri, der nun bei Leader Liverpool spielt - besser Ausschau nach Topklubs auf der Insel. Doch vielleicht ist Arnie durch das ungewöhnliche Family Business mit seinem Bruder, der als Vermittler satte Provisionen einstreift, einfach nur schlecht beraten. Zum großen Ärger auch von Teamchef Franco Foda.