Die österreichische Gemeinde Fucking ist schwer betroffen. In Gaming, Mösendorf und Hühnergeschrei ist man auf der Hut. Auch die Orte Anus und Condom in Frankreich haben es nicht leicht, ebenso wenig wie Villapene in Spanien und Climax im US-Bundesstaat Michigan. Denn weltweit machen Schilderdiebe Ortschaften mit doppeldeutigem Namen zu schaffen. Erst vergangenen Sommer wurde dem leidgeprüften Fucking wieder einmal sein Name gestohlen. Das trotz aufwendiger Sicherung. In den USA wiederum sind auf Autobahnen die Meilentaferl 69 und 420 (letztere Nummer steht in den USA für den Konsum von Marihuana) besonders im Fokus von Schilderdieben. Im Bundesstaat Washington haben sich Politiker nun eine Strategie überlegt, den Langfingern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn immerhin kostet es an die 1000 Dollar, so ein kleines Taferl zu ersetzen. Da kommt schon ein nettes Sümmchen zusammen, wenn man bedenkt, dass seit 2012 offiziellen Angaben zufolge 608 Schilder in Washington ersetzt werden mussten. Sie einfach nicht zu ersetzen, war keine Option. Immerhin gibt es die Meilenschilder nicht ohne Grund: Im Falle eines Unfalls sind sie für eine rasche und genaue Verortung notwendig. Der Jugendscherz kann so im schlimmsten Fall tödliche Folgen nach sich ziehen. In ländlichen Gebieten dienen die Meilensteine zudem zur Orientierung und dem Auffinden von kleinen Ortschaften. Auf der Suche nach einer Lösung beschloss schließlich das Verkehrsministerium in Seattle, die begehrten Meilensteine kurzerhand durch 68,9 beziehungsweise 419,9 zu ersetzen, berichtet der Sender "WIVB4". Die Idee kommt ursprünglich aus Colorado, wo der Konsum von Marihuana seit 2014 legal ist. Dort hat man das 420er-Schild etwas präziser gegen 419,99 eingetauscht. Wobei nicht bekannt ist, ob das Schild in Washington um 100 Yards verrückt wurde. Doch selbst wenn nicht: Den Entscheidungsträgern ist es sicherlich lieber, ein unpräzises Taferl zu haben als gar keines. Die Idee macht jedenfalls Schule. Mittlerweile gibt es auch im Bundesstaat Idaho nur mehr die Anzeige für die Meile 419,9. Fucking wird diese Strategie wenig helfen. Es sei denn man erwägt eine Namensänderung. Fukking, vielleicht - aber, ob das helfen würde? In Großbritannien hat die Stadt Shitterton irgendwann aufgehört, seine Ortstafel zu ersetzen. Stattdessen haben die Dorfbewohner gespart und schließlich einen eineinhalb Tonnen schweren Stein gekauft, auf den sie den Stadtnamen eingravieren ließen. In Österreich wäre das behördlich gesehen vielleicht nicht ganz korrekt, aber immerhin eine effektive Lösung.