High Noon im Burgtheaterskandal? Billige Rache am politischen Gegner? Natürlich kann man es sich leicht machen. Und auf diese Weise abqualifizieren, dass FPÖ und ÖVP beschlossen haben, die Amtszeit von Thomas Drozda als Geschäftsführer des Burgtheaters vom Rechnungshof prüfen zu lassen. Nun kann man nicht sagen, dass der Rechnungshof sich nicht schon eingehend mit der Materie beschäftigt hätte. Und nicht nur der. Auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft. Und das Arbeitsgericht. Thomas Drozda war da freilich nie involviert. Die Vorwürfe konzentrierten sich auf die Amtszeit von Matthias Hartmann. Und auf jene von Silvia Stantejsky. Letztere überschneidet sich wiederum mit der Amtszeit von Drozda. Nicht nur Hobby-Finanzdetektive haben da die Vermutung geäußert, dass ihre Bilanz-Fehlleistungen schon unter ihrem früheren Chef Drozda begonnen haben könnten. Eine Recherche von "Addendum", die Drozda unter Rechtsmittelandrohung von sich wies, deutete im November in diese Richtung.

Die Optik, dass die Regierungsparteien jetzt diese Prüfung anfordern, mag nicht elegant sein. Die Optik, dass Drozda als Kulturminister für die Aufklärung einer Causa, bei der er als ehemaliger Geschäftsführer nie ganz unbefangen sein kann, verantwortlich war, war aber auch nie die schickste. Zumal er selbst eine Untersuchung anordnen hätte können. Es kann nicht schaden, wenn diese Zeit nun auch überprüft wird - wenn alle Zweifel ein für alle Mal aus dem Weg geräumt werden, kann das Thomas Drozda nur recht sein.