Die Sterne stehen nicht besonders gut für die diesjährige Oscar-Verleihung. Jetzt ist schon wieder etwas passiert. Es reicht ja nicht, dass die Gala heuer ohne Moderator auskommen soll - was man nicht ohne Grund seit 1989 nicht mehr gemacht hat. Um die Quoten der Fernsehshow aufzumöbeln, wurde außerdem überlegt, eine neue Kategorie, den Oscar für den "populärsten Film", einzuführen. Kritik und nicht wenig Häme waren die Antwort darauf, der Plan wurde still und leise eingesargt. Zuletzt wurde nun verkündet, dass im Bestreben, die langatmig-weitläufige Show etwas zu straffen, heuer ein paar Kategorien nicht im Fernsehen gezeigt werden. Währenddessen werden Werbespots gezeigt.

Nun ist die Menge der Kategorien eine umfassende, 24 davon gibt es. Unter den vier Kategorien, die diesmal nicht im Fernsehen ausgestrahlt werden, sind ausgerechnet "Bester Schnitt" und "Beste Kamera".

Eine doch bemerkenswerte Entscheidung für eine Feier des Filmschaffens, denn der letzte Film, der ohne Kamera(-mann/-frau) geschaffen wurde, der - ach, hat es den womöglich nie gegeben? Kein Wunder, dass die Kürzung auf Unverständnis stößt, Filmemacher wie Guillermo del Toro meldeten sich zu Wort: "Kamera und Schnitt sind das Herz unseres Handwerks. Sie sind nicht das Erbe aus Theater oder Literatur. Sie sind Kino."

Deutlicher können die Veranstalter einer Feier kaum noch ausdrücken, dass man das eigentlich zu Würdigende in Hollywood längst aus den Augen verloren hat.