Schon wieder der Gabalier! Nachdem der österreichische "Volks-Rock’n’Roller" den Karl-Valentin-Orden einer Münchner Faschingsgilde bekommen und damit manch Weißwurst zornesrot anlaufen hat lassen, hat jetzt die Grazer Stadtregierung beschlossen, ihm das Goldene Ehrenzeichen der Stadt zu verleihen. Nun sind Kommunisten und Grüne Brüder im Schaum vor dem Mund: Wie kann man nur den Barden des Rechtspopulismus ehren?

Die Antwort ist simpel: Weil Gabalier, ob man seine lederhosigen Lieder mag oder nicht, derzeit der erfolgreichste Schlagerstar Österreichs ist.

Kommunisten und Grüne begehen in ihrem Protest einen Grundfehler: Sie vermischen Kunst und Moral. Würden sie argumentieren, Gabaliers Lieder wären zu schlecht, um eine Ehrung ihres Hervorbringers zu rechtfertigen, wäre das eine adäquate Auseinandersetzung. Der Vorwurf, Gabalier sei zu weit rechts, greift indessen nicht wirklich. Denn Kunst und Moral bedingen einander keineswegs. Es wirkt auch befremdlich, wenn einerseits in der Rock-, Pop- und Schlagerszene Böse-Buben- Images zum Nimbus von Künstlern beitragen, nur beim Gabalier darf es nicht sein, weil der politisch auf einer Seite steht, auf der man, wie man linkerorts meint, als Künstler nicht zu stehen hat.

Dass jeder neue Krach Gabaliers Bekanntheitsgrad weiter erhöht, steht auf einem anderen Blatt. So gesehen, sind die Grazer Grünen und Kommunisten Gabaliers PR-Agenten. Das ist der Moment, in dem deren Moralpredigt die Züge der Groteske annimmt.