Richtig viel Gesprächsstoff gibt das vorab als Gigantenduell hochstilisierte Champions-League-Achtelfinale zwischen Liverpool und Bayern ja nicht her. Taktisch clevere Münchner hie, wenig zwingende Reds da - ohne Tore ist so ein (leider nicht ganz so) großer Schlager schnell im Fantalk ausdiskutiert. Daher prägte am Tag danach eine Nebensächlichkeit die öffentliche Diskussion, schließlich hatte Bayern-Coach Niko Kovac doch etwas offenbar Unerhörtes (Achtung Ironie!) gewagt anzusprechen: "Wir wissen alle, wie es ist, kurz vor Schluss, da versucht man, ein bisschen Zeit zu schinden. Javi hat gute Laufleistungswerte, der kann gar keinen Krampf haben. Das ist alles ein bisschen gespielt." Dass der angesprochene Martínez bewusst und überbordend viel Zeit geschunden hätte, wäre freilich gar erst nicht aufgefallen - so gesehen hat sich Kovac eigentlich ohne Not Schelte eingefangen. Die in den sozialen Netzwerken allerdings wieder Mal schwer geheuchelt ist: Als ob es Zeitschinden im Fußball noch nie gegeben hätte. Nur zugeben darf man es offenbar nicht!Konsequenterweise müsste nun die Uefa Kovac vor den Kadi zerren wie jüngst Sergio Ramos. Das Real-Raubein hat sich vorige Woche gegen Ajax absichtlich eine Gelbe eingehandelt, um günstigerweise im Rückspiel gesperrt zu sein. Und weil auch er das Ganze ehrlich zugegeben hat, droht ihm nun eine Zusatzstrafe. Aus Ehrlichkeit und nicht wegen brutaler Fouls, die Ramos in seiner Karriere bekanntlich zahlreich begangen hat. Eine solche Botschaft ist wirklich bedenklich.