"Man muss Inter gratulieren, sie sind die bessere Mannschaft", sagte Rapid-Coach Didi Kühbauer nach der 0:4-Niederlage in San Siro und verriet damit im Grunde nichts Neues. Aber Kühbauer wäre nicht Kühbauer, würde er nicht für die Watsche vom Donnerstag eine passable Rechtfertigung finden. Und die lautete dann so: "So blöd es klingt, wir haben uns nicht so schlecht verkauft, aber ärgerlich ist, wie die ersten beiden Tore entstanden sind."

Nun, ärgerlich waren sie gewiss, hatten doch Matias Vecino (11.) und Andrea Ranocchia (18.) erst jeweils nach klaren Eigenfehlern der Grün-Weißen schnell für die Vorentscheidung gesorgt. Aber es waren nicht die Spielfehler allein, die den Besuch in Mailand zu einer Katastrophe geraten ließen, sondern auch eine riskante Taktik Kühbauers - und die hieß Stefan Schwab. Tatsächlich sorgte das Fehlen des 28-jährigen Kapitäns in der Startformation unter Fans und Experten für Kopfschütteln. Seine späte Einwechslung in der 64. Minute ebenso. Dass Schwab hier keine Aufholjagd initiieren und auch nicht für die erhoffte Stabilität sorgen konnte, wie die Treffer zum 0:3 (80.) und 0:4 (87.) zeigen, kann man ihm nicht zum Vorwurf machen.

Das Problem ist vielmehr: Der Trainer hat sich verrechnet. "Ich habe gewusst, dass, wenn wir länger die Null halten können, was eigentlich der Plan war, dann hätte ich nachtauschen können, weil wir so noch viel Qualität in der Offensive haben", erklärte Kühbauer, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Fakt ist aber: Der Matchplan ging in die Hose. Sich auf zwei Fehler auszureden, genügt nicht. Ein Coach muss immer auch einen Plan B haben. Und den Mut, wenn es diesen nicht gibt, das auch zuzugeben.