Es ist eigentlich nur eine Jahreszahl. Ein deutscher Journalismusforscher hat ausgerechnet, dass im Jahr 2034 Schluss sein wird. In diesem Jahr wird seinen Berechnungen zufolge die letzte deutsche Zeitungsseite gedruckt werden. Das ist übrigens schon in 15 Jahren.

Ein übertriebenes Szenario? Nicht, wenn stimmt, was jüngst die Runde machte. Der deutsche Verlag DuMont soll vorhaben, seine Lokalzeitungen abzustoßen. Eine Bestätigung des Unternehmens gibt es dafür noch nicht. Wenn das stimmt, würden Titel wie der Kölner "Express", die "Berliner Zeitung" und die Hamburger "Morgenpost" in eine ungewisse Zukunft "entlassen". Das sind freilich Zeitungen, deren Namen man trefflich untrennbar mit diesen Städten verbindet. Man kann da in gewisser Weise von Kulturgut sprechen.

Nun hat sich der in Unfrieden aus dem Unternehmen geschiedene Verlegersohn Konstantin Neven DuMont zu Wort gemeldet und seinen (verstorbenen) Vater kritisiert, der sich zu lange an alte Geschäftsmodelle geklammert habe. Nun, im Nachhinein weiß man es ja immer besser. Und doch ist es schade, dass man nicht auf alarmierende Entwicklungen in den USA reagiert hat. Dort sind Regionalzeitungen zum großen Teil ausgestorben. Für den Journalismus ist das ein bitterer Verlust, denn gerade die Lokalzeitungen sind am nächsten an der "G’schicht" dran. Und erfüllten nicht selten die ehrenvolle Aufgabe der Aufdecker, aber auch der Gerüchtezerschlager und Unfugvermeider.