Um das zu wiederholen nimmt sich Gusenbauer kommende Woche viel Zeit für eine detaillierte Vorbereitung auf den verbalen Schlagabtausch: Der Terminkalender des SPÖ-Vorsitzenden für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag wurde fast zur Gänze ausgeräumt.

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Ein Personenkomitee für den eigenen Spitzenkandidaten gehört mittlerweile zu den freiwilligen Fingerübungen der Parteien in jedem Wahlkampf. Streng überparteilich organisiert, selbstverständlich. Sonst könnte man es ja gleich über den direkten Parteiapparat laufen lassen.

Wer sich also für die Wiederwahl des Bundeskanzlers engagieren will, kann dies via "Wir für Schüssel" tun; wer sich Alfred Gusenbauer näher fühlt, dem steht die Initiative "Change 06" zur Verfügung, und sogar die Grünen haben sich diesmal zu einem "Bürgerinnen und Bürger-Komitee" durchgerungen, wo man seine Sympathien für Alexander Van der Bellen bekunden kann.

Natürlich ist das mit der Überparteilichkeit nicht ganz ernst zu nehmen. Für den Kanzler organisiert im Hintergrund etwa Christian Gehrer das Personenkomitee. Der jüngste Sohn von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer ist im Hauptberuf umtriebiger Geschäftsführer des Management Clubs. Und hinter "Change 06", das sich einen politischen Richtungswechsel in Österreich zum Ziel gesetzt hat, stehen der Wiener Anwalt Gabriel Lansky als Obmann und Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina als dessen Stellvertreter.

Lansky ist eine nicht gerade alltägliche Figur in Österreichs Anwaltsszene, "profil" widmete ihm erst diese Woche ein doppelseitiges Porträt (Titel: "Der schillernde Gabi"). Der Anwalt und bekennende SPÖ-Aktivist ist derzeit als Rechtsvertreter von Natascha Kampusch in aller Munde. Und neben seiner Anwaltskanzlei ist Lansky auch Präsident der Österreichisch-Israelischen Handelskammer (AICC).

Und hier schließt sich nun ein Kreis: "Change 06" und AICC haben nicht nur Lansky als Obmann, sondern auch Adresse (Wollzeile 24/18, 1010 Wien) und Fax-Nummer gemeinsam. Unter §2 der AICC-Statuten heißt es allerdings: "Die Kammer verfolgt keine parteipolitischen Ziele (. . .)."

Lansky, von der "Wiener Zeitung" dazu befragt, meinte, die beiden Büros befänden sich "rein zufällig" im selben Gebäude. Man müsse sich das so vorstellen "wie wenn IBM und Coca Cola im selben Haus" wären. Einen Widerspruch zur statutengemäßen Überparteilichkeit der AICC kann Lansky beim besten Willen nicht erkennen.