Nicole Schmidhofer will also (nationale) Geschichte schreiben, bei der am Freitag in Vars in den französischen Alpen beginnenden Speed-Ski-WM den heimischen Rekord brechen und in der Hocke mit über 200 Stundenkilometern den Berg hinunterdonnern. Von Medaillen - der Rekord bei den Damen liegt in dieser Disziplin bei über 250 Stundenkilometern - ist keine Rede, und das wäre auch ziemlich überzogen. Selbst für eine Kristallkugelgewinnerin in der Abfahrt.

Wobei, um den neuen Rekord allein kann es Schmidhofer nicht gehen. Schließlich ist es ja nicht so, dass sich die 30-Jährige bisher als großer Fan der "Ski-Formel-1" deklariert hätte. Als Werbe-Gag wiederum dürfte sich der Ausflug nach Vars aber lohnen, ist doch Speed-Ski als Disziplin unterhalb der Wahrnehmungsgrenze der österreichischen Sportbegeisterten anzusiedeln und allein schon aus diesem Grund, weil neu, wohl nur kurzfristig von Interesse. Hinzu kommt - neben der exorbitanten Geschwindigkeit, die die Athleten da auf den Ski bringen, und dem damit verbundenen Nervenkitzel - vor allem das exotische äußere Erscheinungsbild der Skifahrer, deren aerodynamischen Helme und Latex-Anzüge eher an einen Raumanzug als an herkömmliche Rennkleidung erinnern.

So gesehen könnte Schmidhofers Coup, durch die WM-Teilnahme und das Erzielen eines Rekords zu noch mehr Bekanntheit (und in der Folge Sponsoren) zu kommen, durchaus aufgehen. Dass es sich bei der Bewältigung der lediglich wenige Sekunden dauernden und damit eigentlich faden Schussfahrt (1400 Meter, 435 Höhemeter, 98 Prozent Neigung) nicht wirklich um eine sportliche Großleistung handelt, wie selbst die italienische Rekordhalterin Valentina Greggio einmal in einem Interview zugab, tut da nicht viel zur Sache. Es ist die Show, die zählt. Und das, was man daraus macht.