Die Österreichische Sporthilfe hat also die Einstufungsrichtlinien und Leistungskriterien für ihr Förderprogramm von Athletinnen und Athleten "adaptiert". Wobei der Begriff für das, was da im stillen Kämmerlein beschlossen und am Dienstag veröffentlicht wurde, nicht der ganz richtige Ausdruck ist. Immerhin ist das ja schon ein ordentlicher Eingriff, der da vorgenommen wurde.

Worum geht es? Die Sporthilfe will sparen und dieses Geld dem Nachwuchsleistungssport zur Verfügung stellen. Und nachdem die Organisation nicht irgendwo einen Topf mit Gold rumstehen hat, müssen die "Alten" und die Frauen löhnen. Bedeutet: Eine kleine Apanage in der Höhe von ein paar hundert Euro pro Monat erhalten in Zukunft nur noch Teilnehmer unter 40 (statt bisher 45) sowie jene Damen, die bis zu das Doppelte leisten wie ihre männlichen Kollegen. Erstens, heißt es dazu aus der Sporthilfe, sei die Zahl der über 45-Jährigen (die ohnehin schon ihr Leben lang kassiert haben) eh gering, und zweitens sei das Teilnehmerfeld bei den Damen viel kleiner und daher auch eine Anhebung der Leistungskriterien, wonach zum Beispiel im Parallel-Riesentorlauf der Snowboarder Frauen vier Mal in die Top Vier, Männer aber nur vier Mal in die Top Acht kommen müssen, viel gerechter.

In der Praxis heißt das aber, dass etwa die Gesamtweltcupdritte Sabine Schöffmann oder auch die 45-jährige Weltcupsiegerin von Bad Gastein im Jänner, Claudia Riegler, heuer leer ausgegangen wären. Macht das das Kraut fett? Gibt es keine anderen Sparideen? Vielleicht im Apparat der Sporthilfe, wo allein der Vorstand 17 Mitglieder, die meisten davon Politiker und Sportfunktionäre, stellt? Dass der Frauenanteil hier magere 23 Prozent beträgt, sei auch nur so nebenbei erwähnt.