Rapid ist für einen Teil ihrer Fans bekanntlich eine Religion - daher erlebten diese in der heurigen Meisterschaft allwöchentlich einen Trauergottesdienst nach dem anderen. Darob nun in der Qualifikationsgruppe - vulgo: Abstiegs-Play-off - angekommen, sorgten Ultras und Co. wahrlich für eine Offenbarung. Rühmten sich diese schon vor zwei Jahren damit, den Mannschaftsbus "von der Autobahn geholt" zu haben, so gaben sie im Heimmatch gegen die Admira (3:0) endlich zu erkennen, wo sie ihren Platz in der großen Rapid-Familie wirklich sehen: "Nur wir haben es verdient, das Rapid-Trikot zu tragen!", stand da am unteren Ende einer (aus Protest) leeren Fantribüne. Es war tatsächlich kein verfrühter Aprilscherz, sondern durchaus ernst gemeint - was Kapitän Stefan Schwab am eigenen Leib verspürte. Wurde ihm doch kurzerhand die Kapitänsbinde mit dem Aufdruck "Block West" von ebendiesem wieder abgenommen, da er sich als unwürdig erwiesen hätte (siehe oben). Nachdem die Vereinsführung auch diesem anmaßenden Treiben tatenlos zusieht, hier ein Vorschlag zur Güte, um das Ganze in geordneten Bahnen zu Ende zu bringen: Die Fans übernehmen Präsidium, Geschäftsstelle, Trainerstab und nominieren konsequenterweise aus ihren Reihen eine schlagkräftige Mannschaft, die den ersehnten Europacup-Platz noch einfährt. Schließlich hat ja nur der das grün-weiße Leiberl verdient, der im Namen seiner "Religion" herumgrölt, mit Bengalen hantiert, andere Teams beschimpft - und dafür sorgt, dass viele eben nicht mehr zu "dieser" Rapid pilgern.