Ganz so schlimm wie für Schalke 04 ist es für den FC Bayern dann auch wieder nicht gekommen. Doch wenngleich dieser mit einem 5:4 gegen den FC Heidenheim das Schicksal der in der Meisterschaft abstiegsgefährdeten Gelsenkirchener, die mit einer 0:2-Niederlage gegen Werder im Viertelfinale auch noch aus dem Cup flogen, mehr schlecht als recht abgewendet hat, wird im FC Hollywood gerade wieder ein Drama aufgeführt. In der Champions League ist die Mannschaft von Trainer Niko Kovac ausgeschieden, in der Liga liegt sie zwei Punkte hinter Dortmund - und gerade vor diesem Spitzenspiel am Samstag (18.30 Uhr) hat sie nun gleich vier Tore von einem Zweitligisten kassiert. Zu allem Überdruss hat Jérôme Boateng für diesen Abend auch noch eine Party anlässlich des Erscheinens seines Magazins "BOA" angesetzt - in Zeiten wie diesen braucht es eben nicht viel, um die Empörungsmaschinerie anzuwerfen. Sportdirektor Hasan Salihamidžić äußerte Unverständnis für den Verteidiger, dem man bei seiner Ausbootung aus der Nationalmannschaft durch Teamchef Joachim Löw noch unterstützend zur Seite gesprungen war, auch Kovac äußerte sich zunächst wenig erfreut, meinte dann aber auch: "Jeder soll selbst entscheiden, was er in seiner Freizeit macht." An die Dauernörgler richtete er den Appell: "Ich glaube, wir sollten aufhören, immer mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Es müssen sich alle mal beruhigen."

Es ist ein hehrer (und nachvollziehbarer) Wunsch, den Kovac äußert. Doch angesichts bisheriger und aktueller Äußerungen seines Präsidenten Uli Hoeneß, der etwa einen Sieg gegen Dortmund am Samstag als "alternativlos" bezeichnet, beschleicht einen immer mehr das Gefühl, er sei nicht ganz beim richtigen Verein gelandet.