Frauen sind in Österreich seit genau 100 Jahren zu Technikstudien zugelassen. Seit April 1919 steht ihnen dieser Weg offen. Heute belegen sie an heimischen Unis knapp 30 Prozent der ingenieurwissenschaftlichen Studien. Trotz dieses Fortschritts ist noch viel zu tun.

Die Fakten: Philosophie oder Medizin durften Frauen bereits etwas früher studieren. Dass technische Fächer später folgten, lag laut Technischer Universität Wien daran, dass diese Hochschulen auf Berufsvorbildung gesetzt hätten und es für Frauen keine gesellschaftlich akzeptierten Berufsbilder gegeben habe. Dass diese zum Teil immer noch fehlen, zeigt sich durch die Tatsache, dass die Quote die Geschlechterverteilung immer noch nicht abbildet.

Laut Nationalem Bildungsbericht 2018 entscheiden sich Buben bei der Ausbildung nach wie vor für "typisch männliche" Berufe in technisch-gewerblichen Bereichen, während Mädchen vor allem "typisch weibliche" sozial- und wirtschaftsberufliche Fächer wählen. Eine geschlechtsuntypische Ausbildungswahl würde sich für sie nämlich gar nicht rechnen. Laut Bildungsbericht verdienen selbst Frauen mit Hochschulabschluss in Ingenieurwissenschaften und Technik weniger als Männer mit Matura in diesen Fächern. Womit klar ist, wo die Politik ansetzen müsste, wenn sie dem Fachkräftemangel mit technisch versierten Frauen abhelfen will. Nichts rechtfertigt, dass Männer und Frauen im gleichen Job bei gleichem Arbeitspensum nicht dasselbe verdienen - MINT-Initiativen für Frauen hin oder her.