Die einfachste Methode, einen Elfmeter herauszuholen, ist neuerdings, den Ball halbhoch im Strafraum Richtung Gegner zu donnern. Trifft man mit Glück irgendeinen Arm und reklamiert heftig, bleibt den Referees dank Videobeweis gar nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. So war es beim entscheidenden Penalty für ManUnited gegen PSG im Champions-League-Achtelfinale, so war es nun im Viertelfinale zwischen Tottenham und ManCity: Spurs-Verteidiger Danny Rose warf sich in einen Schuss - und obwohl er den Arm sogar noch Richtung Körper (und damit weg vom Ball) zog und zudem aus kürzester Entfernung getroffen wurde, gab es die Bestrafung. (Gerechterweise verschoss Sergio Agüero, und die Spurs siegten am Ende 1:0). Während Fans und Kommentatoren derlei nur mehr mit Sarkasmus quittieren, sollte man die Regelausleger nicht so leicht aus der Verantwortung entlassen. Denn in den "Laws of the Game" heißt es immer noch, dass nur absichtliches ("deliberately") Hands zu bestrafen ist. Wohin sollen aber bitte in Sekundenbruchteilen Extremitäten hinverschwinden? Vielleicht hinter den Körper, wie es längst viele gewiefte Verteidiger tun? Aber genau solche "unnatürlichen Handbewegungen" sind ja ein Indiz für ein zu sanktionierendes Hands. Wenn es so weitergeht, werden Stürmer bald zu Zielschützen ausgebildet - Richtung Hand und nicht mehr Richtung Tor.