"Neymar is back", twitterte der französische Topklub Paris St. Germain am Freitag. Das wurde auch langsam Zeit. Drei Monate (verletzungsbedingt) als Spieler zu fehlen, ist schließlich nicht nichts - vor allem, wenn es sich dabei um den teuersten (weltweit) und bestbezahlten (Frankreichs) handelt. Wobei, so viel Grund zu Optimismus gibt der Tweet auch wieder nicht. Das hat mit dem Benehmen des Brasilianers im Allgemeinen und mit seinen Leistungen im Speziellen zu tun.

Wann immer man zuletzt den Namen Neymar in den Zeitungen las, so ging es in den Berichten selten um Fußball. Die jüngsten Skandale - Disziplinarverfahren wegen Schiedsrichterbeleidigung, Ermittlungen der spanischen Steuerbehörde, Geburtstagsparty mit viel Pomp - sprechen da eine klare Sprache. Nun könnte man über all das hinwegsehen, würde der 27-Jährige wenigstens auf dem Rasen liefern. Das hat er bis zu seiner Pause aber nur bedingt getan - trotz der 222 Millionen Euro, die aus Katar flossen. Die Zahlen: Seit 2016 hat Neymar 46 Mal in der Liga und 16 Mal in der Champions League getroffen, der um 120 Millionen "billigere" Juventus-Star Cristiano Ronaldo aber 70 beziehungsweise 32 Mal.

Dass Neymar in den vergangenen Jahren wiederholt verletzt war, ist keine Entschuldigung, sondern angesichts der Kosten, die dieser Mann generiert, eigentlich ein Drama. Weswegen man sich die Frage stellen muss, ob und wie die Rechnung der Scheichs noch aufgeht? Immerhin klappt es ja in der Ligue 1 auch ohne Neymar ganz gut. Das jüngste 2:2 gegen Straßburg war eine Ausnahme, gibt aber in anderer Hinsicht zu denken: Das Budget Straßburgs beträgt 30 Millionen Euro, das Gehalt Neymars - 37 Millionen.