Der gelernte Österreicher hat bekanntlich ein großes Herz. Also "adoptiert" er gerne sportliche Erfolge anderer Nationen. Ob Lindsey Vonn, Kamil Stoch oder wer auch immer - bei so gut wie jedem ausländischen Sportstar lässt sich ein Österreich-Bezug finden, wenn man nur lange danach sucht - sei es ein (Trainings-)Wohnsitz, ein Trainer oder auch nur eine Urstrumpftant’. Doch was bisher vor allem für den Wintersport galt, greift nun auch im Fußball um sich, zu sehen am Beispiel Marco Rose. Als dieser seinen Umstieg von Salzburg nach Mönchengladbach bekanntgab, wurde nicht vergessen zu erwähnen, dass der Deutsche ja erst in Österreich als Trainer groß geworden sei. Freilich gab es auch immer wieder tatsächlich österreichische Trainer im Ausland. Nun aber hat es den Anschein, dass ihre Aktien in Topligen insgesamt steigen. Ralph Hasenhüttl ist in England aktiv, Adi Hütter in Frankfurt erfolgreich, und in Oliver Glasner könnte schon der Nächste am Sprung nach Deutschland stehen. Noch sind es freilich nur Gerüchte, doch sie verdichten sich. Nachdem das Onlineportal sportbuzzer.de verkündet hatte, dass der VfL Wolfsburg in den Verhandlungen Anfang der Woche "einen Durchbruch" erzielt hätte, bestätigte Siegmund Gruber, der Präsident von Glasners aktuellem Arbeitgeber Linzer ASK, in den "Oberösterreichischen Nachrichten" zumindest, dass der Coach ihn über verschiedene Anfragen aus Deutschland informiert habe. Noch ist nix fix - doch eines gewiss: Ein Aufstieg Glasners wäre hochverdient - nicht in erster Linie weil er die Linzer zu Tabellenplatz zwei geführt hat, sondern weil er seit Beginn seiner Karriere ein klares und ganzheitliches Konzept verfolgt. Dass das mittlerweile auch in der ÖFB-Trainerausbildung (in der man zu lange zu sehr auf große Namen und Ex-Spielerstars gesetzt hat) anerkannt und gefördert wird, lässt hoffen, dass wie auf dem Spielersektor auch unter den Trainern mehr Akteure den Sprung schaffen. Man will ja schließlich auch im Sommer mitreden können. Notfalls mit der Urstrumpftant’.