Thomas, Michael, Barbara, Petra: So heißen die Kinder der 70er Jahre. Der Klang des Vertrauten hat inzwischen an Reiz verloren, jedenfalls im Bobo-Milieu: Wer seine DNA im Komfortzirbenbett weitergibt, macht es nicht unter einer Mathilda oder einem Jonathan - so schlecht sich solche Lautgebilde im Zornesfall auch verkürzen lassen ("Jona!!").

Angesichts dessen überrascht es kaum, dass nun auch der englische Hof Geschmack am Ungewohnten findet. Wobei: Es nimmt trotzdem Wunder, dass Prinz Harry und Herzogin Meghan, die gebürtige US-Amerikanerin, ihr Erstgeborenes auf den knappen Zweisilber Archie taufen. Hieße der Sohn Archibald: Sein Name würde Tradition verströmen, ließe sich als Tribut deuten an die Ursprünge der englischen Sprache. Die hat ihre Wurzeln im germanischen Sprachraum, aus dem auch der Name Archibald stammt.

Die Entscheidung zur Kurzform hat dagegen womöglich einen profanen Grund - nämlich eine Figur aus US-Comic-Heften. Diese heißt Archie Andrews, ist Teenager in der Durchschnitts-Kleinstadt Riverdale und mit so leuchtrotem Haar ausgestattet wie Prinz Harry. Eine Ähnlichkeit, die britische Skeptiker zwar kaum versöhnen dürfte. Dafür müssen sie nicht die Regentschaft eines King Archie I. befürchten. Denn der jüngste Windsor-Spross rangiert in der Thronfolge nur auf Rang sieben, ein königlicher Titel blieb ihm zur Geburt verwehrt. Sollte ihn das eines Tages grämen, trösten ihn vielleicht Stimmen aus dem Volk: Die haben Archie schon jetzt den Rang "Earl of Riverdale" verliehen.