Es scheint ein Magenthema für Lewis Hamilton zu sein. Prompt nach seinem jüngsten Sieg beim Formel-1-Rennen am Sonntag in Barcelona ließ der Brite wieder mit einer Aussage zum Thema Doping aufhorchen. Grundtenor: Im-Kreis-Fahren ist viel zu leicht, Betrug mit illegalen Mitteln zahlt sich daher nicht aus. "Die Autos sind nicht schwierig genug zu fahren. Es ist nicht anstrengend genug. Deshalb kann auch schon ein 18-Jähriger hier mithalten", sagte Hamilton. Kann sein, dass der WM-Leader mit der Meinung recht hat, allerdings stellt sich die Frage, was er damit bezweckt. Sollen jetzt alle Dopingkontrollen ganz abgeschafft werden? Und das nur, weil sich Hamilton, wie es den Eindruck macht, von den Dopingjägern genervt fühlt? Weil sie ihn nach jedem Rennsieg, so wie jetzt am Circuit de Catalunya, um Proben bitten? Weil sie jeden Tag im Jahr seinen Aufenthaltsort (inklusive Hotelzimmernummer) wissen wollen? Weil sie darauf bestehen, dass er bei jeder Pilleneinnahme einen Arzt konsultiert?

Das ist alles lästig, keine Frage, aber sicher kein Grund, das System zu hinterfragen: Denn erstens ist Doping im Motorsport - Stichwort Amphetamine oder Cannabis - sehr wohl ein Thema. Zweitens ist Hamilton über nichts erhaben, auch nicht über die zu Recht bestehenden Dopingregeln in der Formel 1. Und drittens bedeutet die Tatsache, dass nicht viele erwischt werden, nicht, dass es keine Doper gibt. Das liegt vielmehr an den viel zu geringen Kontrollen. Hier gehört ordentlich aufgestockt. Auch wenn sich das auf Hamiltons Magen schlägt.