Syrtis-Major-Plateau in der Nähe des Mars-Äquators, wir schreiben das Jahr 2050. Eine fliegende Untertasse landet im dortigen Jezero-Krater. Fünf Marsianer steigen aus, vor ihnen rote Wüste... und Elektroschrott. Die fünf inspizieren das verstaubte Gerät. Das Design ist out, die Technik alt. Wozu Kameras, wenn die Augen ohnehin jeden Bildausschnitt festhalten? Wozu ein Kohlendioxid-Konvektor, wo doch der Körper Sauerstoff erzeugt? Nur der Inhalt eines Mikrochips stellt die marsianischen Genies vor Rätsel: Pro Zeile je zwei Wörter, doch das Millionen Mal. Namen? Wer sind all diese Leute? Sind die etwa auch hier? Und wenn ja: wo?

Bis die Menschheit auf dem Mars landet, könnte es noch dauern. Wer Aliens jedoch zu denken geben will, kann seinen Namen schon jetzt zum Roten Planeten schicken. Auf einer Webseite der US-Raumfahrtbehörde Nasa kann man sich eintragen und eine virtuelle Bordkarte beziehen. Mit hunderttausenden Namen auf einem Chip soll der Rover "Curiosity 2" im Juli 2020 zum Mars starten und den Planeten erkunden. Doch die Marketing-Aktion hat Folgen für die Marsianer. Denn sie rätseln über die Liste. Woher mag die stammen: von Kepler-452b? Zu weit weg. Aus dem Trappist-1-System? Zu wenig Licht. Systematische Logik zwingt sie zum Schluss, dass der einzige feste, helle, angenehm warme Planet mit Lebewesen, die Namen tragen könnten, die Erde wäre. Womit die Marsianer freilich vor einer neuen Frage stehen: Auf der Erde gibt es ja bekanntlich kein intelligentes Leben.