Es wird einen plausiblen Grund geben, warum der Linzer ASK bei seiner Ankündigung, Valérien Ismaël zum neuen Chefcoach zu machen, am Montag keine nähere Angaben zur Vertragslaufzeit machte. Diese Information wird der Vizemeister wohl erst bei der offiziellen Vorstellung am Dienstag in Mondsee nachreichen. Nun, angesichts der durchwachsenen Karriere, welche der ehemalige Bremen- und Bayern-Spieler als Trainer bisher hingelegt hat, wird die Frist eher kürzer ausfallen. Aber anderes ist der Franzose auch nicht gewohnt: Sechs Klubs in sechs Jahren hat Ismaël seit seinem ersten Antreten auf der Trainerbank (bei Hannover 96 II) "verschlissen", vorzeitige Ablösen mangels herzeigbarer Leistungen (Nürnberg 2014, Wolfsburg 2017, Apollon Smyrnis 2018) standen ebenso an der Tagesordnung wie Reibereien mit Funktionären. "Der Präsident hat mir gedroht und versucht, die Startelf sowie die Auswechslungen während des Spiels zu beeinflussen", twitterte er erbost nach seinem Rauswurf im Sommer bei Smyrnis.

Für den Linzer ASK kann das ja heiter werden. Mag ja sein, dass Ismaël im Vergleich zu anderen eine kostengünstige Lösung ist. Auch sind seine Leistungen als Spieler (mehrfacher französischer Cupsieger, Double-Gewinner mit Bremen und Bayern) unbestritten. Ob er aber für die Linzer die beste Wahl ist, steht freilich auf einem anderen Blatt. Die Schuhe, die Oliver Glasner in Linz hinterlässt, sind jedenfalls groß.