Wie bastelt man sich einen Kino-Hit? Am besten aus einem Stoff, der schon einmal Erfolg hatte - und bombenfest im Gedächtnis sitzt. So spart man sich ein hübsches Sümmchen bei der Bewerbung und darf trotzdem auf die klingelnde Kassa hoffen. Risikoscheu, visionslos? Ist das natürlich, aber die dominierende Strategie im Mainstream-Kino. Dort tummeln sich fliegende Superhelden wie ein ganzer Insektenschwarm, erleben Klassiker "Reboot" nach "Reboot", feiern neuerdings auch Popgrößen wie Elton John jugendfrische Wiedergeburten. Und: Es blüht dort auch Spielzeugherstellern ein lukratives Zubrot, wie das die "Lego"-Filme Teil für Teil bewiesen haben.

Nun zieht Playmobil nach: Der ewige Kinderzimmer-Konkurrent bringt im August für 80 Millionen Dollar sein Debüt "Playmobil - Der Film" in die Kinos. Und: Die Firma feilt an einer TV-Serie, die ihr einstiges Boom-Produkt in den Mittelpunkt rückt - den Ritter in all seiner Plastikpracht.

Fragt sich nur: Warum erst jetzt? Und was blüht einem noch im Rahmen dieses Recyclings? Die Zeichen stehen jedenfalls nicht schlecht, dass Kritiker demnächst den Eisenbahn-Streifen "Brio - Alles auf Schiene!" rezensieren dürfen. Womit dann der Boden bereitet wäre für "Ich geb Gas, ich will Spaß: Der Carrera-Kult". Und wer weiß: Vielleicht fällt dann auch einem gewissen Baukastenlieferanten ein, dass seine Klientel zahlungskräftig gealtert ist, und beglückt sie mit "Klotzen statt kleckern: Das Matador-Movie" - in der Luxusedition mit selbst zusammenbaubarem Filmprojektor.