Man darf die Ansage durchaus als Akt der Verzweiflung und weniger als gekonntes Pokerspiel deuten: So drohte ÖFB-Präsident Leo Windtner im Vorfeld der EM-Qualifikationspartie gegen Slowenien damit, ein neues Nationalstadion nicht unbedingt in Wien, sondern eventuell an der niederösterreichischen Peripherie oder gleich im burgenländischen Parndorf bauen zu wollen. Dies seien "adäquate Regionen", und eine rasche Anbindung an den Flughafen Schwechat sei dort auch gegeben, meinte er. Verständlich mögen derartige Fantasien durchaus sein - erst recht, nachdem einem die Stadt Wien neuerlich die rote (Stadion-)
Karte gezeigt hatte und gegen Slowenien der Umzug nach Klagenfurt erfolgen musste; zudem hat sich der bekennende Fußballfan und Nationalarena-Freund im Sportministerium - Heinz-Christian Strache - jüngst selbst aus der Regierung geschossen; und auch die Ansage der Stadt Wien, in St.Marx um gut 200 Millionen Euro ein neues Event-Center zu bauen, aber dabei die Stadionwünsche des ÖFB mit keinem Wort zu erwähnen, darf als unfreundlicher Akt gewertet werden. Aber Parndorf? Oder Gießhübl? Oder Himberg? Oder gleich Ebreichsdorf? Man muss kein Raumplanungsexperte sein, um derlei für Schwachsinn zu halten, den es sich nicht weiter lohnt mit den (sicher geschmeichelten) Landesfürsten näher zu diskutieren. Das Dilemma des ÖFB ist, dass Wien als Partner eigentlich nicht an einem neuen Oval interessiert ist, zugleich ohne die Stadt in der Stadt aber nichts geht. Schon allein beim etwaigen Abriss der Happel-Arena und/oder der Suche eines neuen Grundstücks braucht es volle Unterstützung. Selbst dann, wenn ein Wunderwuzzi die nötigen 300 Millionen Euro sponsern würde.