Nun, ganz so überlegen war Österreich dann doch nicht, wie es Marko Arnautovic in seiner ersten - freilich schnell korrigierten - Aussage herausgerutscht ist. Nach dem 4:1-Sieg der ÖFB-Elf gegen Nordmazedonien hatte der West-Ham-Legionär, der seine Rolle als Kapitän, Antreiber und Doppeltorschütze hervorragend erledigte, mit seinem Bonmot, das Spiel "hätte auch acht- oder neunstellig" ausgehen können, die Lacher auf seiner Seite.

Mit dem eigentlich Gemeinten, Österreich hätte sich das Leben mit einer möglichen deutlichen Führung schon zur Halbzeit erheblich erleichtern können, hatte Arnautovic freilich Recht. Schließlich ist eine der ältesten und noch immer gültigen Fußballerweisheiten jene von den Toren, die man nicht macht und dann bekommt - umgelegt auf Österreich könnte man mit etwas Zynismus sagen: Manchmal schießt man sie sich dann auch noch selbst wie beim peinlichen Missverständnis zwischen Martin Hinteregger und Tormann Heinz Lindner, das zum 0:1-Rückstand führte.

Fazit: Die mangelnde Effizienz ist eines der Probleme der österreichischen Nationalmannschaft - aber nicht das einzige. Mit sieben erzielten Treffern in den bisher absolvierten vier EM-Qualifikationsspielen steht Österreich nämlich in dieser Wertung gar nicht allzu schlecht da. Polen, der überlegene und bisher makellose Tabellenführer der Gruppe G, hat nur um eines mehr geschossen - aber halt kein einziges kassiert.

Bei Österreich hingegen sind es zu oft noch Nachlässigkeiten, Unkonzentriertheiten im Abwehrverhalten, mit denen man sich selbst um die Früchte der Arbeit bringt. Eine andere Mannschaft als Nordmazedonien hätte vielleicht ihrerseits die Ernte in Form von Punkten eingefahren. Dann wäre im ÖFB wohl niemandem zu lachen gewesen.