Die Zahlen, die die Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen für das Jahr 2018 erhoben hat, sind ernüchternd. 260 dokumentierte Diskriminierungsfälle stellte die Initiative vor. 120 davon hatten einen islamophobischen Hintergrund. Der Verein, der mit "Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit" (Zara) kooperiert, vermutet freilich eine viel höhere Dunkelziffer. Am Dienstag wurden zudem ein paar Fälle anonymisiert geschildert. Da soll eine Schülerin von ihrem Lehrer als "ISIS-Terroristin, Islamistin, Dschihadistin" beschimpft worden sein, der zudem die Freundschaft der Schülerin mit anderen Mitschülern untergraben wollte. In einem anderen Fall wird von einem Biologielehrer berichtet, der Afrikanern und Asiaten das Fehlen eines "Intelligenzgens" attestierte. Ein Drittel der islamfeindlichen Fälle habe aufgrund sichtbarer religiöser Merkmale stattgefunden - Stichwort: Kopftuch. Wieso man bei dem Verein dennoch der Meinung ist, dass das geplante Kopftuchverbot an Volksschulen ein Problem darstellt, ist schwer nachvollziehbar. Immerhin könnte so zumindest jeder dritte Fall wenigstens abgemildert werden. Dennoch macht der Bericht offenbar, was andere Studien bereits belegt haben: Das Klima wird rauer und der Dialog zwischen Islam und Christentum, ganz generell gesprochen, immer schwieriger. Dennoch darf man sich nicht davon abbringen lassen: Der Weg muss über den Dialog führen. Ohne Dialog kein Verständnis. Und ohne Verständnis kein Vertrauen.