Es war keine Überraschung, und doch mutet die Dimension sehr deutlich an: Der deutsche Medienkonzern Axel Springer wird mit dem Finanzriesen KKR einen neuen starken Partner bekommen. KKR will mindestens 20 Prozent der Anteile übernehmen und schließt dafür mit Großaktionärin Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner eine strategische Partnerschaft. Die Argumente, die man vorlegt, sind wohl überzeugend: KKR bietet
63 Euro je Aktie, immerhin knapp 40 Prozent über dem Kurs vom 29. Mai. Das wird auch nötig sein, denn knapp 45 Prozent der Springer-Aktien sind im Streubesitz. KKR muss nun die Anleger davon überzeugen, dass es das langfristig bessere Geschäft ist, an sie zu verkaufen, als die Anteile zu behalten. Springer, immerhin der Konzern, in dem die immer noch reichweitenstarke "Bild" erscheint, versucht schon seit längerem, die fehlenden Einnahmen aus dem Print-Geschäft durch florierende Webseiten wettzumachen. Das ist kein neues Rezept: Nahezu jedes deutsche Medienhaus macht es so. In den klassischen Bereichen wird gespart, was geht, und im digitalen holt man sich das Geld ab, das die User für klassische Medien nicht mehr bezahlen wollen. Auch so kann man natürlich einen Verlag betreiben. Am Ende entscheidet der Konsument mit seinen Klicks, welches Medium am Leben bleibt und welches nicht. Um "Bild" wird man sich dennoch keine Sorgen machen müssen - vorerst. Aber bessere Tage hat man auch in Hamburg schon gesehen.