Und vor allem steht Trump ganz unverhohlen an der Seite Saudi-Arabiens. Mit Riad schloss er gleich bei seinem Amtsantritt milliardenschwere Deals für die US-Rüstungsindustrie ab.

Saudi-Arabien und der Iran kämpfen um die Vorherrschaft in der Region. Das zeigt sich in Syrien, wo der Iran hinter Diktator Bashar al-Assad steht und Saudi-Arabien lange Zeit Aufständische unterstützte, das zeigt sich im Jemen, wo Saudi-Arabien die dem Iran nahestehenden Houthi-Rebellen bekämpft. Was dem einen schadet, nützt dem anderen. Deshalb war es im Sinn von Prinz Mohammed bin Salman, den starken Mann Saudi-Arabiens, dass Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufkündigte.

Manches spricht für eine iranische Täterschaft

Darauf spielt der Iran auch an, wenn er den USA nun "Sabotagediplomatie" vorwirft. Teheran behauptet, die Attacke auf die Schiffe sei eine Operation unter falscher Flagge gewesen und deutet an, dass die USA oder einer ihrer Verbündeten dem Iran etwas in die Schuhe schieben wollen.

Zwischenfälle mit Frachtern im Golf von Oman - © APA
Zwischenfälle mit Frachtern im Golf von Oman - © APA

Teheran markiert den Unschuldigen, präsentiert von einem der Öltanker gerettete Matrosen im TV. Doch es gibt auch Gründe anzunehmen, dass der Iran tatsächlich hinter den Angriffen steht. Teheran würde so eine Botschaft senden, dass es dazu fähig ist, den internationalen Ölhandel, für den die Straße von Hormuz eine Lebensader darstellt, empfindlich zu stören. Zudem kursiert die Theorie, wonach die Angriffe die Handschrift der Hardliner innerhalb des Regimes tragen, die mit dem Scheitern des Atomabkommens eine härtere Gangart gegenüber den USA fordern.

Die verschiedenen Versionen zu den Attacken können also stimmen - oder auch nicht. Klar ist aber: Die Lage wird bedrohlicher. Die Internationale Energieagentur warnte am Freitag, die Angriffe auf der Öl-Transportroute seien für die Energiemärkte Anlass zu großer Sorge, der Ölpreis war auch gleich nach den Angriffen gestiegen. Vor allem aber steigt die Angst vor der nächsten militärischen Konfrontation. US-Präsident Trump ist unberechenbar und sein Nationaler Sicherheitsberater John Bolton gilt als Falke und einer der Architekten des Irakkrieges. Auch Prinz Salman kennt keine Skrupel, wie der saudische Waffengang im Jemen beweist. Der Iran ist, etwa in Syrien, ebenfalls kriegserprobt, und die Hardliner bekommen dort offenbar immer mehr Oberwasser. Das ist eine beunruhigende Gemengelage.

Alle Akteure sagen zwar, sie wollen keinen Krieg. Doch sie gehen mit geladener Pistole immer bedrohlicher aufeinander zu.