Der Weltfußballverband Fifa hat also in Saudi-Arabien unlautere Machenschaften aufgedeckt. Und nein, da geht es nicht etwa um Menschenrechte oder Korruption, sondern um die laufende Frauen-WM. Im Fokus der Fifa stehen nichtautorisierte Übertragungen von Spielen des Damen-Turniers im Königreich. Diese würden, kritisierte der Verband nun, über einen obskuren Fernsehsender mit dem Namen BeoutQ für alle verfügbar gemacht - mit der Folge, dass das für diese Breiten eher doch seltene Vergnügen, weiblichen Profis beim Fußballspielen zuzusehen, von den Scheichs offenbar nur zu gern wahrgenommen wird.

Mit Offenheit oder Interesse am Frauensport hat dieses Phänomen freilich wenig zu tun, viel mehrgeht es um nackte Politik. Hinter BeoutQ - das für die Parole "Bleib draußen, Katar" steht - steckt nichts anderes als ein bekannter Piratensender, dem es schon vor einem Jahr gelungen war, das Signal des Sportsenders BeIn aus Katar zu kapern und der seitdem die saudische Öffentlichkeit mit Gratis-Übertragungen von WM- und Champions-League-Spielen versorgt. Allerdings wurde und wird der Vorwurf, dass BeoutQ von Saudi-Arabien aus betrieben wird, von Riad bestritten.

Dass sich die Fifa hier einschaltet, mag ja nun löblich sein. Löblicher wäre es freilich, würde sich der Verband, dessen Wieder-Chef ein nicht gerade unproblematisches Naheverhältnis zu den Saudis pflegt, auch in anderen Belangen, wo es nicht um TV-Rechte - also Geld - geht, kritisch einbringen. Zu Todesstrafe, Frauen oder Nachhaltigkeit zum Beispiel.