Mit der Mitarbeiterzufriedenheit ist es ja so eine Sache. Wenn man ihnen zu oft zu verstehen gibt, dass man sie eh nicht will, dann nehmen die das vielleicht ernst. Das mag manchem zupasskommen. Andere stehen dann da und sind um eine hochqualifizierte Kraft ärmer, weil blöd gelaufen. So geht es jetzt Italien. Zumindest sieht das die Oppositionsfraktion Demokratische Partei so. Die wirft Kulturminister Alberto Bonisoli vor, alle ausländischen Museumsdirektoren in die Flucht zu schlagen. Gestern wurde bekannt, dass Peter Aufreiter die Leitung des Wiener Technischen Museums übernehmen wird. Er verantwortet derzeit die Nationalgalerie der Marken in Urbino und den staatlichen Museumsverband der Marken. Bonisoli hatte angekündigt, er wolle bevorzugt Italiener als Museumsdirektoren. Die Opposition sieht die Abwanderung von Direktoren nun als Folge des "provinziellen Kurses". Denn Aufreiter ist nicht der einzige. Uffizien-Chef Eike Schmidt wird bald ins Chefbüro des Kunsthistorischen Museums in Wien einziehen. Und Peter Assmann, der das Palazzo Ducale in Mantua leitete, wird ab November Geschäftsführer der Tiroler Landesmuseen. Er übte seinen Job eineinhalb Jahre unter besonderen Bedingungen aus. Nach einer Klage war nicht klar, ob er rechtmäßig ausgewählt worden war - auch da war der Grund seine nicht-italienische Herkunft. Italiens Museumsreform mag durch dieses "In-die-Flucht-Schlagen" (wieder) ins Stocken geraten - in Österreich kann man sich darüber freilich kaum beklagen.