Die Bilder kennt man nur zu gut: Nach dem 0:2 gegen Brasilien im Halbfinale der Copa América - die Tore erzielten Gabriel Jesús und Firmino - schlich Argentiniens Lionel Messi wie ein begossener Pudel als Verlierer vom Platz - wie so oft bei großen Turnieren mit der Nationalmannschaft. 2014 hatte er mit der Albiceleste im WM-Finale gegen Deutschland in der Verlängerung verloren, nach der Niederlage im Copa-Finale 2016 war er vorübergehend aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, um nur zwei seiner bittersten Niederlagen zu nennen. Doch so ähnlich die Bilder waren, so unterschiedlich klangen die Töne danach. Nein, diesmal werde es keinen Rücktritt geben, erklärte Messi. Er hoffe, man werde der Mannschaft die Gelegenheit geben zu wachsen - wenn es gewollt werde, mit ihm, betonte der 32-Jährige. "Ich komme mit dem Team sehr gut aus, und wenn ich irgendwie helfen kann, werde ich das tun", sagte der fünffache Weltfußballer.

Freilich wird das neuerliche Ausscheiden an ihm nagen, und selbstverständlich werden auch die Unkenrufer wieder hervorkriechen, die ihm vorwerfen, dass, sobald er das Trikot des FC Barcelona abstreift, dasselbe mit seiner von dort bekannten Genialität passiere - auch wenn der Vorwurf mangelnden Einsatzes gerade nach diesem Spiel mehr als ungerechtfertigt ist. Doch Größe zeigt sich eben auch in der Niederlage. Und wenn Messis Bekenntnis mithelfen sollte, die Mannschaft diesmal vor dem Zerfall und Ruhe im in der Vergangenheit oft zerrütteten Verband zu bewahren, wäre schon sehr viel erreicht. Dafür braucht es nicht einmal einen Titel.