Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".
Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".

"Hamma ned, brauch’ ma ned" - es ist der typische Reflex, den man beim Start der Bundesligasaison häufiger in den hiesigen Stadien zu hören bekommt. Schließlich müssen sich die Fans an einige neue Regeln gewöhnen. Sie betreffen unter anderem das Hands (jedes Tor, das mit der Hand oder dem Arm erzielt wird, ist Hands und damit irregulär), Auswechslungen (der Spieler hat das Feld über die nächstgelegene Linie zu verlassen), Ab- und Freistoß, Karten für Trainer und so weiter.

Und dann gibt es noch den Schiedsrichter, der künftig nicht mehr "wie Luft" zu behandeln ist - was nicht nur für renitente Akteure gilt, die dies bisweilen gerne tun, sondern direkte Auswirkungen hat. Lief die Partie bisher einfach weiter, wenn der Unparteiische vom Ball getroffen wurde, gibt es nun einen Schiedsrichter-Ball, wenn durch die Berührung ein Wechsel des Ballbesitzes, ein aussichtsreicher Angriff oder ein Tor entsteht.

Vieles an den Regeln klingt freilich so simpel, dass manch einer versucht sein könnte, von unnötigem Regulierungswahn zu sprechen. Tatsächlich ist es aber wichtig, dass auch unwahrscheinliche Situationen vorab geklärt und in ein Regelwerk gegossen werden. Und wer glaubt, dass dies in anderen Sportarten weniger akribisch getan wird, sollte sich einmal das Reglement des internationalen Tennisverbands zu Gemüte ziehen, in dem ausgeführt wird, was zu passieren hat, wenn ein Spieler im echten Wortsinn den "Vogel abschießt" (Antwort: Der Punkt wird wiederholt).

Es ist nicht überliefert, wie viele Diskussionen dadurch verhindert wurden. Zum Fußball werden solche freilich weiter dazu gehören. An dieser Regel wird wohl nie gerüttelt werden.