Christoph Rella ist Sport-Redakteur bei der "Wiener Zeitung".
Christoph Rella ist Sport-Redakteur bei der "Wiener Zeitung".

Auf den ersten Blick sieht das Ganze ja nach einer Menge Spaß aus. Ballspielen im Sand, was soll da schon passieren? Tatsächlich zählt aber das vor bald hundert Jahren in Kalifornien ins Leben gerufene Beachvolleyball zu den Sportarten mit der höchsten Verletzungsgefahr überhaupt. Stundenlang werden hier Beine, Hände, Knöchel und Sehnen bis aufs Äußerste belastet: Timing, Treffpunkt und Position zum Ball sind oft so ungünstig, sodass der Spieler aus extremen Positionen angreifen und durch Bewegungen in Wirbelsäule und Schulter ausgleichen muss. Ob man gerade als Block- oder Abwehrspieler zu Werke geht, macht schon etwas aus, ist doch die Sprungbelastung eines Blockspielers 75 Prozent höher als die des Verteidigers.

Am meisten unter den schweren Bedingungen im Court zu leiden hat freilich das Knie. Durch die Nachgiebigkeit des Sandes ist das Absprungverhalten gegenüber dem Hallenvolleyball geändert: Um ein Einsinken der Zehen beim Absprung zu verhindern, muss der Fuß flach aufgesetzt werden, was wiederum dazu führt, dass der Beugungswinkel im Knie viel, viel größer ist als bei dem eines Hallenspielers und das Knie mehr als extrem belastet wird. Aber das ist noch nicht alles. So gibt es beim Beachvolleyball auch noch externe Verletzungen, die sonst unbekannt sind: Sonnenbrand, Hitzschlag, Dehydration, Schnitt- und Rissverletzungen durch Verunreinigungen im Sand und natürlich die Verstauchung des Großzehengrundgelenks, gemein "Sand Toe" genannt.

So gesehen ist das, was Athleten des Beachvolleyballsports auf sich nehmen, enorm. Die Frage ist aber, ob sich jeder - vor allem im Amateurbereich - des Risikos für die Gesundheit auch bewusst ist?