Man muss fünf Jahre zurückblicken, um einordnen zu können, was sich am Mittwochabend im St.-Jakob-Park ereignet hat: Im Jahr 2014 schaffte der Lask mit Ach und Krach via Relegation die Rückkehr in den heimischen Profifußball, sprich zweite Bundesliga - und zwar nach fast zwei Jahrzehnten an sportlichem Frust, organisatorischem Chaos, Zwangsabstieg und Fast-Konkurs. Ganz anders der FC Basel, der 2014 nicht nur die erste Adresse im Schweizer Fußball, sondern auch Dauergast in der Königsklasse war; mit den Highlights Champions-League-Achtelfinale 2012 und Europa-League-Halbfinale 2013. 2014 wurden in diesem Bewerb - bitter für Fußball-Österreich - im Achtelfinale die starken Salzburger eliminiert. Dass nun also fünf Jahre später der Lask den 20-fachen Schweizer Meister nicht nur auswärts mit 2:1 besiegte, sondern auch fast 90 Minuten spielerisch dominierte, ist das eigentlich Sensationelle dieses Europacupabends. Denn Überraschungen mögen im Fußball hin und wieder passieren, Glück und Zufall führten diesmal aber gewiss nicht Regie in Basel.

Der Fall Lask zeigt damit sehr gut, was im kleinen Österreich in kurzer Zeit eigentlich möglich ist: Mit dem richtigen Trainerteam, einer klugen Spielidee, potenten regionalen Sponsoren und einer (endlich) nicht zerstrittenen Funktionärsriege. Die Athletiker mögen in ihrer langen Tradition schon weit bessere Einzelspieler in ihren Reihen gehabt haben, aber als Kollektiv stellen sie momentan ihre beste Elf in 100 Jahren. Und dürfen damit seriös von der Champions League träumen - wie vor 20 Jahren, als jedoch mit Otto Baric und falschen Millionen diese Träume rasch platzten und das Desaster seinen Anfang nahm.