Es war ein bemerkenswertes Spiel, das der Linzer ASK am Dienstag im Champions-League-Play-off gegen Brügge lieferte: zum einen, weil sich die Mannschaft wenige Jahre nach dem sportlichen wie wirtschaftlichen Beinahe-Bankrott überhaupt diese Chance erspielt und erarbeitet hatte, zum anderen, weil sie weder angesichts dieses durchaus als historisch zu bezeichnenden Anlasses, noch angesichts des großen Namens des Gegners in Ehrfurcht erstarrte.

Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".
Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".

Stattdessen hatten die Linzer mehr vom Spiel und die besseren Möglichkeiten. Doch das Bemerkenswerteste war die Art und Weise, wie sie mit der 0:1-Niederlage umgingen. Die Situation, aus der das Gegentor fiel - ein Elfmeter, dem nur eine leichte Berührung von Gernot Trauner, aber ebenso ein Abseits des Gegners vorangegangen war - sei zwar "ärgerlich" gewesen, befand Trainer Valérien Ismaël; noch ärgerlicher sei aber die Tatsache gewesen, wie viele Chancen seine eigene Mannschaft ungenützt verstreichen ließ.

"Da müssen wir konsequenter sein", sagte Ismaël und setzte damit das deutliche Signal, keine in Österreich allzu gerne gebrauchten Ausreden à la "in Schönheit gestorben" oder "eines besseren Ergebnisses beraubt" gelten zu lassen.

Mit dieser Einstellung ist für die Linzer in dieser Saison noch viel möglich - unabhängig vom Ausgang des Rückspiels. Aber in dieses mit einer solchen Einstellung zu gehen, würde Ismaël wohl auch nicht gelten lassen. Und das ist gut so.