Bernhard Baumgartner ist Redakteur im Kultur-Ressort der "Wiener Zeitung". - © WZ / Thomas Seifert
Bernhard Baumgartner ist Redakteur im Kultur-Ressort der "Wiener Zeitung". - © WZ / Thomas Seifert

Es ist eine der Nebenfronten der an Absurditäten reichen Präsidentschaft Donald Trumps: die Obsession des ehemaligen Reality-TV-Stars mit Fernsehsendern und deren Quoten. Der Mann hat von seiner Hire-and-Fire-Show gelernt: Keiner kanzelt TV-Journalisten derart grob ab, weil sie die Frechheit haben, ihm eine nicht genehme Frage zu stellen. Doch ein Sender steht immer noch über allen: Fox News. Der zum Reich des umstrittenen Medienmogul Rupert Murdoch gehörige rechte Sender sieht sich nicht als Beobachter, sondern als Debattenteilnehmer. Doch mittlerweile dürfte Trumps Liebe zu Fox News etwas erkaltet sein. Bitter: Denn immerhin wirbt der US-Sender weiterhin überwiegend kritiklos für den US-Präsidenten. Stattdessen schwärmt der Präsident inzwischen für einen anderen Sender, der ihm noch herzlicher zugeneigt ist (wie auch immer das möglich ist): OANN. Trump streute dem Sender zuletzt auf Twitter Rosen. Vermutlich ein Schuss vor den Bug von Fox. Denn der Sender hatte sich erlaubt, Auftritte von demokratischen Präsidentschaftsbewerbern zu übertragen und darüber hinaus noch über schlechte Trump-Umfragewerte berichtet. Das ist freilich ein Sakrileg und hochgradig verstörend für den durchschnittlichen "MAGA"-Kappen-Träger aus dem Mittleren Westen. Denn Dinge, die nicht sein können, dürfen auch nicht sein, zumindest bei Fox. Sonst müsste man in US-Tradition eine Verbraucher-Warnung einblenden: Die Sendung kann Spuren von Realität beinhalten.