Was waren die Hoffnungen der Konkurrenten und mancher Red-Bull-Kritiker nicht groß gewesen, dass die Salzburger ihren personellen Aderlass, verbunden mit dem Abgang von Erfolgstrainer Marco Rose, wohl schwer verkraften würden. Nun, nach fünf Runden, haben sie sich nicht nur längst als trügerisch erwiesen, vielmehr hat sich der in Österreich bis dahin unbekannte US-Amerikaner Jesse Marsch - der sich auch in Salzburg-Fankreisen mit der Skepsis konfrontiert gesehen hatte, er könnte in erster Linie ein Marketing-Vehikel sein - schon jetzt ein kleines Denkmal gesetzt. Fünf Siege in den ersten fünf Bundesliga-Spielen überhaupt schaffte zuvor noch kein Trainer in Österreich. Einen zweiten Rekord hat er mit seiner Mannschaft knapp verfehlt: Die 22 erzielten Tore in den ersten fünf Runden waren von Red Bull lediglich 2014/15 von Adi Hütter beziehungsweise seiner Mannschaft übertroffen worden.

Für ihn persönlich seien Rekorde nicht wichtig, sagte Marsch nach dem 5:0 über die Admira am Sonntag. "Es ist nur wichtig für die Mannschaft. Ihre Entwicklung ist ein Wahnsinn." Tatsächlich ringt die Tatsache, dass der Kader, dessen Durchschnittsalter unter 23 Jahren liegt und der in dieser Form noch nicht lange besteht, national Siege um Siege feiert, durchaus Respekt ab.

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Der nächste Schritt in der Entwicklung wird aber der wichtigste sein: wenn man nämlich erstmals in der Red-Bull-Ära in der Champions League reüssieren will. Die Hoffnung ist da - diesmal nicht nur bei der Konkurrenz.